Abschiedskonzert: Das letzte Lied klingt lange nach

Abschiedskonzert: Das letzte Lied klingt lange nach

Der Bergische Männerchor trat zu seinem letzten Konzert in der Lutherkirche auf.

Ronsdorf. Mit einem letzten Konzert in der voll besetzten Lutherkirche verabschiedete sich der Bergische Männerchor Ronsdorf 1951 am Samstagnachmittag aus der Wuppertaler Chorlandschaft. „Wir möchten unser Konzert auf keinen Fall unter der Überschrift Abschiedskonzert singen. Wir haben sogar noch ein neues Lied einstudiert”, betonte Chorgeschäftsführer Jürgen Eck in seiner Begrüßung.

Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte, die als Werkschor des früheren Ronsdorfer Unternehmens Grote & Hartmann begann und wegen akutem Nachwuchsmangel endet, übergab er die Leitung an Eugen Momot, der die Sänger ein letzes Mal durch ein Konzert führte — und Ehefrau Viktoria (Sopran) und Tochter Alexandra (Flügel) mitgebracht hatte, die dem Konzert eigene Akzente mitgaben. Die Sänger hatten für das Programm vor allem Lieder ausgewählt, die im Chor immer gern gesungen wurden.

So ergab sich eine Bandbreite, die mit der Eurovisionsfanfare begann und von klassischem Liedgut über russisch-orthodoxe Kirchengesänge und kroatische Volkslieder bis zum Musical Sister Act reichte.

“Klinge, Lied, lange nach”, lautete der Titel des Schlussliedes, das nach mehreren Zugaben und stehendem Beifall des Publikums ganz am Ende gemeinsam mit dem Cronenberger Männerchor vorgetragen wurde. In diesem befreundeten Chor werden einige Ronsdorfer Sänger eine neue Heimat finden, für Ronsdorf geht ein großes Stück Musikgeschichte zu Ende.

„Das ist sehr traurig für Ronsdorf. Es war immer ein sehr guter Chor”, würdigt Waltraud Troost, die Vorsitzende des gemischten Chors Pro Musica Ronsdorf die Arbeit der Sänger. „Es ist sehr bedauerlich, dass heute ein fester Bestandteil der Ronsdorfer Chorgeschichte aus dem Ganzen herausbricht und verloren geht”, sagt der Vorsitzende der Gesangabteilung des BTV Graben, Heinz Hemmer. Sicherlich stellvertretend für viele Ronsdorfer Bürger formuliert es der langjährige Bezirksbürgermeister Lothar Nägelkrämer, der unzählige Veranstaltungen mit dem Bergischen Männerchor erlebt hat. „Der heutige Tag ist schmerzhaft. Der Chor gehört zu Ronsdorf. Aber alles hat seine Zeit”, sagt er. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen engagierten Chor, der 63 Jahre im Stadtteil und weit darüber hinaus im In- und Ausland aktiv war.

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