Kein Kranz niedergelegt: Stadt und Bezirksvertretung im Streit

Kein Kranz niedergelegt: Stadt und Bezirksvertretung im Streit

Sanierungskosten erhöhen sich, Verwaltung schlägt Spendensammlung zur Finanzierung vor.

Cronenberg. Cronenbergs Bezirksbürgermeister hat in einem Schreiben an den Oberbürgermeister sehr deutlich die Verärgerung der Bezirksvertretung, der Bürgervereine und einiger andere Vereine zum Ausdruck gebracht. Erstmals seit dem es Gedenkfeiern am Ehrenmal in Cronenberg gibt, wurde kein Kranz der Stadt Wuppertal niedergelegt.

Der Bezirksbürgermeister Michael von Wenczowsky (CDU): „Diese Peinlichkeit wurde im Verlauf der Feier noch übertroffen, als ein städtisches Fahrzeug auf der Straße am Ehrenmal vorfuhr. Während der laufenden Trauerfeier betrat der Mitarbeiter der Verwaltung, mit einem geschulterten Kranz, begleitet von einem Jungen mit gleichem Kranz den Platz vor dem Ehrenmal. Zwischen dem Posaunenchor und den Teilnehmern der Gedenkfeier wurden beide Kränze zum Ehrenmal gebracht und an einer gerade noch freien Stelle abgelegt.“ Dann aber stellte man fest, dass das wohl der falsche Kranz war. Vom Fahrzeug wurde ein anderer Kranz geholt. Der trug eine Schleife mit der Aufschrift VDK. Auch der wurde bei laufender Trauerfeier deponiert.

Michael von Wenczowsky: „Diese Vorgehensweise scheint sich nahtlos in das Verhalten des zuständigen Ressorts 103 einzufügen. Das hatte in einem Schreiben zuvor den Begriff „Kriegermal“ und dann aber richtig Ehrenmal gewählt.“ Von Wenczowsky weiter zu diesem Schreiben: „Nachdem hier Sponsoring zur Wiederherstellung der vom Ehrenmal gestohlenen Schrifttafeln von der Verwaltung durch Cronenberger eingefordert wird, scheint der Gipfel der Respektlosigkeit erreicht.“

In dem Schreiben des Amts Grünflächen und Forsten an die Cronenberger Bezirksvertretung wurde mitgeteilt, dass die Kosten für den Ersatz der gestohlenen Bronzetafeln von 25.000 Euro auf 65.000 Euro steigen. „Woher kommt eine solche Steigerung?“, sagt von Wenczowsky. Fakt ist, dass aus dem städtischen Haushalt diese Mittel nicht bereitgestellt werden, so das Grünflächenamt. Stattdessen schlägt die Verwaltung vor, den Ersatz der Tafel durch Einwerben von Spenden und Sponsoring Cronenberger Firmen zu finanzieren. Dafür gab es viel Kopfschütteln in der vergangenen BV. „Sollen die Cronenberger mit Sammelbüchsen rumlaufen?“, fragte einer. Das Schreibung war für andere BV-Mitglieder „schlicht eine Zumutung“. Von Wenczowsky hält für ein Cronenberger Engagement zunächst einmal einen städtischen Grundstock von rund 50.000 Euro für erforderlich. Denn es handele sich um ein Objekt des Denkmalschutzes. Der Diebstahl hätte vermutlich verhindert werden können, wenn — wie in vielen Jahren zuvor angemahnt — ein Rückschnitt der Büsche am Ehrenmal erfolgt wäre.

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