Wuppertals Glücksorte in einem Buch zusammengefasst

Buch : Wuppertaler Reiseführer ins Glück

Am Freitag erschien Sibyl Quinkes Hommage „Glücksorte in Wuppertal“ mit 80 besonderen Orten.

. „Glücksorte in Wuppertal? Sowas gibt es doch hier gar nicht!“ So hätten viele Bekannte auf ihr Vorhaben reagiert, erzählt Sibyl Quinke. Auf 168 Seiten beweist sie ihren Kritikern jetzt das Gegenteil: Am Freitagabend stellte sie ihr mittags frisch angeliefertes Buch „Glücksorte in Wuppertal“ vor, und zwar gleich an einem ihrer Lieblingsplätze: in der Kaffeerösterei Chi im Luisenviertel, in der sie nicht nur den ausschließlich selbstgerösteten Kaffee empfiehlt, sondern vor allem den in einem aufwendigen Perkolationsverfahren schonend hergestellten Eiskaffee.

„Fahr hin und werd glücklich“ lautet das Motto der „Glücksorte“-Reihe, die unter anderem bereits Düsseldorf, Köln, Sylt und Mallorca abdeckt. Sie sei vor einer Weile auf die Buchreihe gestoßen, erzählte Sibyl Quinke, und habe sich an den Droste-Verlag gewandt: „So etwas brauchen wir auch für Wuppertal, dachte ich mir.“ Also machte sie sich auf die Suche. Das Ergebnis: 95 Glücksorte, von denen es 80 in ihr Buch geschafft haben. „Man muss natürlich mit offenen Augen hingehen“, beschrieb sie ihre Ausflüge, bei denen sie vor allem die „Atmosphäre inhaliert“ hat.

Viele von Quinkes Glücksorten finden sich im Luisenviertel und in der näheren Umgebung: Als wahres Eldorado für Lakritzliebhaber beschreibt sie das Lakritzkontor, das seine Besucher mit mehr als 70 Sorten und Besonderheiten wie Lakritztee verführt. Dekoration und kleine Geschenke für jeden Anlass – von handgeschöpften Grußkarten bis hin zu duftenden Seifenpralinen – kauft Sibyl Quinke im Laden „Schön & gut“. Für lange Abende und gute Geschichten empfiehlt sie die Schankwirtschaft Marlene, eine wahre Institution des Wuppertaler Nachtlebens, in der Uwe Dresen seit mehr als 30 Jahren seine Stammgäste mit einem fröhlichen „Hallöchen“ oder „Tach Kinder“ begrüßt. Auch die Inhaber dieser Glücksorte hatten sich zur Buchvorstellung bei Chi Coffee eingefunden und Proben von Lakritz, Seife und Gewürzmischungen mitgebracht.

Das Buch bietet auch für Einheimische neue Anreize

Aber auch außerhalb von Elberfeld ist Sibyl Quinke fündig geworden, bis nach Wichlinghausen, Ronsdorf und Cronenberg. Nicht nur Lokale sind dabei, auch die Wupper, die nach Quinke von Einheimischen oft als selbstverständlich wahrgenommene Schwebebahn und der Skywalk im Nordpark, von dem aus einem „die Stadt zu Füßen liegt“. Die Auswahl in ihrem Buch sei natürlich ganz subjektiv, räumt die Autorin ein, wobei auch nicht alle Beiträge im Buch von ihr seien. „Wenn ich wo hinkomme und fühle mich wohl und mein Herz fängt an zu schlagen, dann weiß ich, ich habe einen Glücksort gefunden“, so Quinke.

Veranstaltet wurde die Buchvorstellung von der Buchhandlung Baedeker, die auf Reiseliteratur aller Art spezialisiert ist und auch die „Glücksorte“-Reihe im Sortiment hat. Die Bücher bedienten einen wichtigen Bedarf, betonte die Inhaberin Margit Rohde: etwas für seine Seele zu tun. „Wer möchte nicht an einen Glücksort in diesen Zeiten?“ Das Schöne sei, dass der Inhalt über einen touristischen Reiseführer hinausgehe, sodass auch Einheimische noch verborgene Plätze finden und ihre Stadt noch einmal neu kennenlernen können. „Wuppertal braucht Liebe auf den zweiten Blick“, erklärte Rohde. „Man muss sich die Stadt ein bisschen erarbeiten“ wusste Sibyl Quinke zu bestätigen, sie sei schließlich auch Wahlwuppertalerin – das allerdings mit Leib und Seele. „Aber wenn man richtig hinguckt, dann stolpert man über das Glück. Also wer immer noch meint, Wuppertal hätte keine Glücksorte, dem ist nicht mehr zu helfen!“

Mehr von Westdeutsche Zeitung