Wuppertaler Studierende bauen Transportfahrzeuge der Zukunft

Wettbewerb : Kachelcross-Wettbewerb hat am Ende zwei Sieger

Studierende des Industrial Design stellten ihre Transport-Fahrzeuge vor. Das Rennen hatte einen großen Unterhaltungswert.

. Es war ein knappes Ding. Vier Teams traten beim diesjährigen „Kachelcross“ gegeneinander an. Zum ersten Mal fand der Wettbewerb des Studiengangs Industrial Design im „Freiraum“ am Arrenberg statt. Am Ende standen zwei Sieger fest.

Seit Mitte Dezember hatten die Drittsemester an selbstfahrenden Transportfahrzeugen aus Holz und Metall gebaut. Beim Wettrennen sausten die „automated guided vehicles“ (AGV) deutlich unter einer Minute über den schnurgeraden Weg, der durch weiße Papierstreifen markiert war. Eine mehr als ordentliche Leistung. Besonders weil jedes AGV mit einer Mineralwasserkiste beladen war.

Dabei zählte nicht nur Geschwindigkeit. Die Dozenten-Jury achtete unter anderem auf das Aussehen sowie neuartige Lösungen für Antrieb und Transport. So hatte das Team „PlebLab“ nicht nur bei der Transportgeschwindigkeit die Nase vorn. Also bei der Zeit, die das Fahrzeug inklusive Auf- und Abladen braucht. Durch die leichte Bedienung ihres AGV gewann die sechsköpfige Gruppe in der Kategorie Unterhaltungswert. Was die Ökonomie des Projekts angeht, punkteten sie durch ihr Modell Pleebo.

Tobias Gerbracht half
beim Lieferdienst-Vehikel

Pleebo transportiert nämlich keine Wasserkisten, sondern soll Krankenhauspatienten das Essen ans Bett liefern. Professor Gert Trauernicht lobte ausdrücklich die kreative Weiterentwicklung der Ausgangsidee. „So einfach wie möglich und mit höchster Zuverlässigkeit“, beschrieb Teammitglied Timo Rohden das Konzept. Um Aufwand und Kosten zu sparen, ist der abgerundete Körper von Pleebo extra beschichtet und leicht zu reinigen. In ihm ist Platz für ein Dutzend Tabletts, die er ausgibt und wieder einsammelt. An fest installierten Ladestationen kann er Energie tanken.

Das Team „Arrenberg Transportation“ gefiel nicht nur durch den Namen, der den lokalen Bezug direkt herstellt. Überzeugen konnte es auch in den Kategorien technische Effizienz und Maschinendesign. Sein Modell besteht aus einem Untersatz, dessen Aufbauten beliebig beladen werden können. Sensoren erkennen, ob die Last zu leicht, weil unvollständig ist. Durch Spracheingabe kann man dem AGV Befehle mit auf den Weg geben.

Auch wenn das Team „Sherpa“ nicht zu den beiden Siegern aufschließen konnte – mit Tobias Gerbracht hatten sie einen Prominenten dabei. Schon als Schüler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums gewann er zweimal bei „Jugend forscht“. Im vergangenen Jahr trat der Student im Fernsehen auf, um seine Geschäftsideen vorzustellen. „Unser AGV liefert Pakete aus“, hieß es bei der Vorstellungsrunde. „Schnell, zuverlässig und effizient für das Unternehmen.“ Gerbracht erläuterte die technischen Details anhand des Modells, das an einen Reisebus erinnert. Dabei wird der Untersatz unter einer Aufladestation geparkt, bevor die nächste Fahrt ansteht.

Wie der Name „Gravity“ schon sagt, machte sich Team Nr. 4 die Schwerkraft zunutze. Für einen energiesparenden Transport laufen beim Modell Lasten über Rollen. Beim Praxistest gab es freilich Probleme. Die Technik war eingebaut und konnte doch nicht richtig gestartet werden. Deshalb musste ein Teammitglied das AGV anschieben. Projektleiter Trauernicht nahm es gelassen. „Das kann passieren. Ich finde es sportlich, dass ihr es trotzdem macht. Vielen Dank!“

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