Wuppertal: Verkehr klemmt an der Dessauerstraße

Verkehr : Südstadt: Der Verkehr klemmt an der Dessauerstraße

Immer wieder fahren Lastkraftwagen durch die engen Straßen des Viertels. Anwohner verlieren die Geduld und fordern Abhilfe.

. Wenn ein Sattelschlepper mal wieder in der Dessauerstraße festhängt, dann halten das mitunter auch die Mitarbeiter von Haus und Grund nicht mehr aus. Sie seien schon mehrfach als Einweiser für die Fahrer aktiv geworden, die ihr Gefährt einfach nicht mehr aus den engen Gassen manövrieren konnten, sagt der Geschäftsführer des Vereins, Dirk-Ingmar Wimmershoff. So könne die Verkehrsführung im Bereich Döppersberg nicht bleiben, meint auch Nachbarin Yonka Süslü-Keles. Die Friseurin sorgt sich um ihre Einnahmen: „Ich habe Kunden aus Düsseldorf, die finden den Weg hierher mit ihrem Navi nicht mehr. Und wenn sie dann hier sind, dann finden sie keinen Parkplatz.“

Inzwischen haben laut Haus- und Grund rund 500 Anwohner einen Bürgerantrag unterzeichnet. Darin fordern sie die ursprüngliche Verkehrsführung, wie sie vor dem Umbau am Döppersberg bestanden hat, wieder herzustellen. Der Antrag kritisiert drei Punkte. Zum einen soll der Verkehr – und damit auch die Lastwagen – auf dem kürzesten Weg auf die Ronsdorfer Straße geführt werden. Das soll auch das Problem der Engstellen lösen. Der zweite Punkt ist auch ein Ärgernis für Friseurin Süslü-Keles. Sie muss nun, wie viele andere, für alltägliche Strecken weite Umwege fahren. Vom Discounter an der Ronsdorfer Straße führt der Weg nun über den Wicküler Park zurück zum Frisiersalon an der Dessauerstraße. Dort – und das ist das dritte Anliegen der Anwohner – gibt es seit neuestem auch keine Parkplätze mehr, denn wie an verschiedenen Orten im Viertel, herrscht nun vor Süslü-Keles Salon absolutes Halteverbot.

Nicht jeder Ortsfremde erkennt die neue Straßenregelung sofort

Nicht jeder Ortsfremde erkennt die Einbahnstraßenregelung sofort, beschreibt Wimmershoff. Er habe schon Autofahrer erlebt, die auf der Kreuzung Dessauer-Adersstraße-Vereinsstraße ausgestiegen seien, um zu verstehen, wo sie nun weiterfahren dürfen.

Im August hat Haus und Grund einen Bürgerantrag für die Nachbarschaft an die Bezirksvertretung gerichtet. Am Mittwoch stand er auf der Tagesordnung des Gremiums. Doch während sich schon einige Bürger im Verwaltungshaus Neumarkt versammelt hatten, stand dort zunächst zur Debatte, ob die Bezirksvertretung für einen solchen Antrag überhaupt zuständig ist. Wie Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius auf Nachfrage erläuterte, müssen solche Bürgeranträge generell im Hauptausschuss des Rates behandelt werden. Versammlungsleiter Vitenius sah den Antrag „außerhalb unserer Zuständigkeit“ und ließ über den Inhalt nicht abstimmen, sondern das Thema an den zuständigen Ausschuss verweisen. Kurz unterbrach er allerdings die Sitzung, um die Meinung der Bürger zu hören. Zufrieden waren sie nicht. Süslü-Keles hat es so erlebt: „Die Leute konnten kaum ausreden und einige Nachbarn haben verärgert den Saal verlassen.“ Joachim Knorr (CDU) sagt: „Ich kann verstehen, dass diese Leute eine andere Erwartungshaltung hatten.“ Seine Fraktion steht voll hinter dem Antrag von Haus und Grund Elberfeld: „Warum sollten wir die Verkehrsteilnehmer auf Umwege schicken?“, fragt er.

Auch die Grünen kritisieren die Versammlungsleitung für ihre mangelnde Bürgerfreundlichkeit. So sagt Gerta Siller: „Ich kann den Ärger völlig verstehen und gerade bei diesem Thema müssen wir die Bürger hören.“ Sie plädiert für eine Bürgeranhörung vor Ort. Hans-Jürgen Vitenius sieht für den Verkehr am Döppersberg nur stellenweise Verbesserungsbedarf. So sollen kurzfristig Schilder aufgestellt werden, die lange Fahrzeuge aus dem Bereich heraushalten. Das Grundkonzept aber sei schon vor Jahren beraten worden und verfolge das Ziel, die Südstadt für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen. Ralph Hagemeyer vom Bürgerverein Elberfelder Südstadt kennt den Ärger im Viertel, setzt aber auch auf Geduld: „Wenn der Busbahnhof am Döppersberg im November geöffnet ist, sehen wir, wie der Verkehr läuft.“ Bis dahin werden wohl auch die Wuppertaler, die durch den Bereich abkürzen, Gelegenheit gehabt haben, sich an die neue Situation zu gewöhnen.