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Wuppertal: Studenten entwickeln System zum Aussortieren von Bällen

Uni-Wettbewerb : Studenten entwickeln System zum Aussortieren von Bällen

Der Uni-Wettbewerb „Kachelcross“ verlangte den Gruppen viel ab.

Außergewöhnliche technologische Gerätschaften und fraglos einzigartige mechanische Systeme, kreiert von Studierenden der Uni Wuppertal in nicht mehr als einem Monat. Der jährliche „Kachelcross“-Wettbewerb des Studiengangs Industrial Design bot Einblick in einige wissenschaftliche Beispiele, die für das fachfremde Publikum sicher als erstaunlich eingestuft worden sein dürften.

Im Rahmen einer hybriden Präsentation vor Ort und per Videokonferenz wurden nun die Maschinen vorgestellt, die im Kurs Designmethodik entworfen worden waren. Mehr als 150 Zuschauer wohnten dem Schauspiel der angehenden Technik-Experten in diesem Jahr bei. 

Allein die Frage, vor die die fünf Gruppen zu Beginn ihrer gemeinschaftlichen Arbeit gestellt wurden, klingt für Laien bereits nach einer Herkulesaufgabe: Ein Gerät muss gebaut werden, das ohne manuelle Hilfe dazu in der Lage ist, aus 200 Tischtennisbällen zehn verbeulte und zehn schwarz gefärbte Bälle auszusortieren und die verbliebenen in Zehner-Einheiten zu verpacken. 

„Diese Aufgabe wird vor Weihnachten gestellt. Dann hat man vier Wochen Zeit, um sie zu lösen“, erklärt Professor Gert Trauernicht. Um ihn herum stehen seine rund 35 Studierenden neben ihren großen, hölzernen Konstruktionen – gekleidet in passende Team-Shirts, denn die Corporate Identity zur imaginären Firma, die ihre selbstentwickelte Maschine vorstellt, muss schließlich stimmen. Neben Shirts hat jedes Team einen Namen, ein Logo und ein Werbe-Video. Die Drittsemester haben großen Aufwand betrieben und alles aufeinander abgestimmt. Und so legt die erste Gruppe mit Namen „AIM“ auch gleich los, ihr Projekt engagiert zu erläutern; nicht aber, bevor Trauernicht klarstellt: „Beim Kachelcross gibt es immer nur einen Startknopf, jede weitere Hilfe gibt Punktabzug.“ Schließlich macht sich im Hintergrund das Lehrpersonal Notizen, um später die Sieger in verschiedenen Kategorien zu küren. 

„AIM“ hängt die Latte gleich zu Beginn fast unter die Decke des Uni-Gebäudes, indem die Gruppe ihren Apparat präsentiert, der mit nichts Geringerem als künstlicher Intelligenz die Bälle sortiert. Ein Roboter dreht und wendet die Kugeln, bevor sie in die vorgesehenen Verpackungen oder eben in den Restebehälter fallen. Der Professor vergibt sogleich Bestnoten: „Das einzige ist wohl, die Geschwindigkeit dem industriellen Kontext anzupassen. Ansonsten ist das alles ziemlich unglaublich.“ 

Die Gruppe „Intens“ orientierte sich bei der Ausarbeitung an russischer Mechanik. Zwei Stangen, deren Abstand minimal kleiner ist als der Durchmesser der Tischtennisbälle, lassen diese nach unten rollen. Eine der Stangen dreht sich zudem, sodass jeder verbeulte Ball aufgrund seines geringeren Durchmessers im wahrsten Sinne durchfällt.

„Z-Ball“ löste das Problem der schwarzen Bälle mit einer schwarz lackierten Rutschbahn, auf der nur die weißen Kugeln für einen Lichtsensor sichtbar waren, der diese einsortieren ließ. Eingedellte Bälle hatten auf der Bahn eine niedrigere Geschwindigkeit, wurden „geblitzt“ und per Servo aussortiert. 

„Ballity Control“ sortierten die Kugeln in einem Draht-Karussell und verpackten sie durch einen Dreh-Mechanismus in Röhrchen. Linn Klunk, als wissenschaftliche Mitarbeiterin Teil der Jury, begeisterte sich: „Es hat was von Freizeitpark.“

„Dyvo“ ließ als einzige Gruppe die Bälle in die Höhe steigen, um sie zu sortieren – scheiterte aber trotzdem. „Erst daran wachsen wir“, bestärkte Trauernicht die Gruppe in ihrer Arbeit. Er zeigte sich „überrascht von den vielen Lösungen“ und vergab den Gesamtsieg und die obligatorische Sektflasche schlussendlich an „AIM“. Sein Resümee mit Blick auf alle Konstruktionen des Uni-Wettkampfs: „Ganz großes Kino.“