Wuppertal - Eltern wollen Tempo 30 an der Kita Kohlstraße

Verkehrssicherheit : Eltern wollen Tempo 30 an der Kita Kohlstraße

Stadt sieht wenig Chancen für eine Verkehrsberuhigung und soll Alternativen prüfen.

. Seit gut zwei Jahren läuft der Betrieb in der Kita Kohlstraße. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Andreas Mucke und die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg setzt sich der Elternbeirat der städtischen Einrichtung erneut für eine Verkehrsberuhigung in diesem Bereich ein. Die Situation dort sei „vorsichtig formuliert sehr schwierig, eigentlich ist sie unzumutbar“.

Das Thema ist bekannt, auch bei der Verwaltung. Schon nach dem Start der Kita hatte es auch in der BV Stimmen gegeben, die Tempo 30 und eine Verkehrsinsel gefordert hatten. Beides gab es an dieser Stelle nämlich schon, zu Zeiten, als an der Kohlstraße 122 noch eine Schule untergebracht war. Der Betrieb dort wurde eingestellt, dann irgendwann auf Tempo 50 umgestellt, erinnert sich Hans-Joachim Lüppken (CDU), der stellvertretende Bezirksbürgermeister. Als der Kindergarten gebaut wurde, kam das Thema wieder auf, die „alte“ Regelung einzuführen. Doch die Stadt lehnte es ab, mit Verweis darauf, dass aus ihrer Sicht „die Verkehrssituation eher unverändert bleiben wird“, wie damals begründet wurde.

Im vergangenen Jahr gab es dann erneut Diskussionen um die Kita. Tempo 30 sei nicht möglich, so die Verwaltung, da der Eingang zur Kita nicht unmittelbar an der Straße liege. Zudem habe die Kohlstraße eine überörtliche Bedeutung. Sogar einen Ortstermin habe es gegeben, sagt Lüppken. „Wir haben uns das angeschaut und damals lief es reibungslos.“ Nichtsdestotrotz nehme man das Anliegen der Eltern ernst.

Elternbeirat folgt der
Begründung der Stadt nicht

Die Eltern haben nun einen neuen Anlauf gestartet. Die Begründung der Verwaltung wollen sie nicht akzeptieren und halten dagegen. Es sei zwar richtig, dass der Eingang der Kita zurückgesetzt liege. Die Hol- und Bringzone befände sich aber an der Straße. Genau dort ergeben sich die gefährlichen Situationen, schreibt der Elternbeirat. Zumal für Autofahrer nicht ersichtlich sei, dass dort eine Kita ist. Auch der Argumentation, bei der Kohlstraße handele es sich um eine Hauptverkehrsstraße folge man nicht. Im Gegenteil: Wenn dort ein hohes Verkehrsaufkommen herrsche, sei dies erst recht ein Grund für die Verkehrsberuhigung. „Wir bitten sie inständig, die Verkehrssituation noch einmal zu überdenken“, so der Elternbeirat. Wenn Tempo 30 nicht möglich sei, sollte zumindest über Bremsschwellen oder einen Fußgängerüberweg nachgedacht werden.

Die Bezirksvertretung hat den Antrag nun an die Verwaltung weitergegeben. „Die soll das prüfen“, sagt Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD). Die Kita-Leitung stünde hinter dem Ansinnen des Beirates, heißt es aus dem Rathaus, und wünsche sich verkehrsberuhigende Maßnahmen, weil insbesondere die Situation am Morgen mit dem oft eiligen Bringverkehr der Eltern in Kombination mit dem fließenden Berufsverkehr als potentiell gefährlich für die Kinder erlebt werde. Die Situation soll erneut geprüft werden, „Hinweise auf mögliche Verkehrsgefährdungen insbesondere für Kinder haben immer höchste Priorität“, so Stadtsprecherin Martina Eckermann. Eine mögliche Lösung könnte versetztes Parken sein. Eine Grundlage für Tempo 30 gebe die Straßenverkehrsordnung eigentlich aber nicht her.

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