Wuppertal - Discounter am Ostersbaum kommt frühestens 2020

Vorstellung der Pläne : Neuer Supermarkt kommt frühestens 2020

Einige Anwohner befürchten durch neuen Discounter am Ostersbaum mehr Verkehr. Andere freuen sich auf den Nahversorger.

. Viel Gesprächsbedarf gab es in dieser Woche bei der öffentlichen Diskussion der Pläne für einen Discounter am Ostersbaum, zu dem die Stadt eingeladen hatte. Die Beiträge kreisten vor allem um die angespannte Parksituation.

Nachdem die Bezirksvertretung (BV) bereits im vergangenen Jahr grünes Licht für eine Änderung des Bebauungsplans gegeben hatte (die WZ berichtete), stellten Stadt und Bauherren ihre konkretisierten Pläne nun im Seminarraum des Bahnhofs Loh interessierten Bürgern vor. Dass es Diskussionsbedarf geben dürfte, zeigte schon der voll besetzte Saal vor Veranstaltungsbeginn. Kein Stuhl sollte frei bleiben.

„Dass der Bezirk eine Nahversorgung braucht, ist unstrittig. Wir wollen heute Abend über die Lage, Anbindung und ihre Anregungen sprechen“, begrüßte der Elberfelder Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius die Gäste. Neben ihm standen auch der Barmer Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke, Michael Kussabek von der Stadtverwaltung und Vertreter von Planungsbüro und Bauherren Rede und Antwort.

Für den Bau muss erst der Bebauungsplan geändert werden

Nach aktuellen Planungen soll der Discounter auf der Ecke Ostersbaum/Rudolfstraße, Schwabenweg und Schwesternstraße entstehen. „Das Ziel ist es, die Nahversorgung nach der Schließung des Kaiser’s-Marktes zu verbessern“, begründet Oliver Knebel vom Planungsbüro FIRU die Erschließung des Areals. „Mit dem jetzigen Bebauungsplan, der zwar Gewerbe, aber keinen Einzelhandel vorsieht, ist dies nicht möglich“, so Knebel.

Nachdem Knebel die 3D-Computersimulationen des geplanten Marktes, nach jetzigen Stand ein Penny, den Anwesenden gezeigt hat, äußern sich erste Bedenken: „Warum ist der Zugang zum Parkplatz nicht über die Straße Ostersbaum geplant, sondern über den Schwabenweg?“, fragt eine Teilnehmerin und befürchtet, dass die Verkehrsbelastung in der angrenzenden Burgunderstraße nunmehr stark zunehmen würde. Auch eine Tiefgarage wird von einigen Gästen wiederholt ins Gespräch gebracht.

Diesen Vorschlägen muss Philipp Roth von der Projektentwicklungsgesellschaft widersprechen: „Es gibt ein paar Zwangspunkte in der Planung, die wir nicht verändern können. Aufgrund der Topographie und der Straßenführung ist es uns nicht möglich, den Eingang zum Parkplatz des Discounters auf die Seite der Straße Ostersbaum zu legen.“

Unter Beifall pflichtet ihm eine Anwohnerin bei und erinnert an die Situation am alten Kaiser’s: „Ich bin so froh, dass da wieder was hinkommt. Mit dem Kaiser’s hatten wir doch auch keine Probleme.“

Wann der geplante Supermarkt eröffnen wird, ist derweil noch unklar. „Wenn wir in der zweiten Jahreshälfte 2019 eine Satzungsänderung vorliegen hätten, wäre das sehr schnell“, so Roth. „Für den Bau des Marktes benötigen wir dann nochmal acht bis zwölf Monate“. Vor Mitte 2020 könnten die Anwohner daher nicht mit einer neuen Einkaufsmöglichkeit rechnen.

Nach der ersten Bürgerbeteiligung werden die Pläne jetzt überarbeitet und gegebenenfalls um Anregungen der Teilnehmer ergänzt. Nach dem sogenannten Offenlegungsbeschluss sind die Pläne erneut für einen Monat öffentlich einsehbar, bevor der Stadtrat letztendlich eine Entscheidung über die Änderung fällt. „Ich möchte Sie alle bitten, ihre Anregungen auch weiterhin so zahlreich vorzubringen und auch mit ihren Bezirksvertretern, egal welcher Partei, ins Gespräch zu kommen“, appelliert Vitenius abschließend an die Anwesenden. „Ich möchte aber zugleich betonen, dass vieles, was heute Abend angesprochen wurde, über die Planungen des Nahversorgers hinausgeht“, spielt der Bezirksbürgermeister auf die ausführliche Diskussion zur Verkehrs- und Parksituation im Viertel an.

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