Wird der Breuer-Saal zum Hostel?

Bis zum Sommer werden Ideen für einen Neustart gesammelt, der für 2019 angesetzt ist.

Zentrum. Zwar ist das Schicksal des Breuer-Saals und der umliegenden, der katholischen Kirchengemeinde gehörenden Gebäude Auer Schulstraße 7-15 besiegelt, doch gestern Nachmittag wurde noch einmal das eiserne Rollgitter vor dem Veranstaltungssaal hochgezogen. Anlass war eine Pressekonferenz, zu der der Kirchenvorstand der Sankt Laurentius Gemeinde, vertreten durch Horst Feldmann und Marcus Hüttermann, und der Gemeindepfarrer Dr. Bruno Kurth eingeladen hatten.

Erläutert wurden die Vorstellungen, die mit der Entwicklung der Gebäude sowie der Villa Friedrich-Ebert-Straße 15 und der angrenzenden Remise in 15a verbunden sind. Die attraktive Lage des Areals im begehrten Luisenviertel würde einen Verkauf an einen Investor sicherlich leicht machen, doch wie Pfarrer Kurth und die Mitglieder des Gemeindevorstandes betonten, soll bei einem Verkauf keine möglichst hohe Rendite erzielt werden. Man möchte, dass die zukünftige Nutzung mit den Vorstellungen einer Kirchengemeinde in Einklang gebracht werden soll. Zu diesem Zweck hatte ein Workshop mit diversen Dozenten der Bergischen Universität, des Wuppertal-Institutes, Immobilien-Experten und Vertretern der Gemeinde stattgefunden. Ein Papier wurde erarbeitet, in dem die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Gebäude festgelegt wurden.

Der WZ-Artikel vom 16. Februar hatte schon einiges Aufsehen erregt und auch einige Anfragen bewirkt, doch nun will man einen Investoren-Wettbewerb ausloben, der wirtschaftliche Tragfähigkeit ebenso beinhaltet wie eine gemeindegerechte Nutzung. „Es wäre schön, wenn hier möglichst viele Menschen zusammen gebracht würden“, hofft Pfarrer Bruno Kurth, wobei man nicht an eine einfache Wohnbebauung denkt. Erwünscht wären eher ein Hostel, kleine Ladenflächen, ein Mehrgenerationen-Wohnhaus mit barrierefreien Einheiten, ein Cafe´ oder Bistro, Seminarräume, Ausstellungs- und Werkstattflächen und Räume für Kunst und Kultur.

Die eingehenden Vorschläge will man zwischen dem 2. und dem 6. Juli prüfen und bis zum 30.September eine Entscheidung gefällt haben. „Im Frühjahr 2019 sollte es möglichst losgehen“, so Marcus Hüttermann, der auch darauf hinweist, dass Ortsbesichtigungen mit der Pfarrgemeinde St. Laurentius vereinbart werden könnten. Das Haus in der Friedrich-Ebert-Straße 15, die innen äußerst repräsentative Villa, derzeit Sitz der Rendantur, und die Remise 15a unterliegen dem Denkmalschutz und können nicht nach Belieben verändert werden.

Pfarrer Bruno Kurth wies noch einmal darauf hin, dass dem Gemeindevorstand die Schließung des mehr als 50 Jahre alten Johann-Gregor-Breuer-Saales nicht leicht gefallen sei. „Für viele Gemeindemitglieder sind mit dem Veranstaltungssaal zahlreiche Erinnerungen verbunden“, so Kurth, wobei Horst Feldmann bestätigte, dass man zwar oft repariert, aber aus Geldmangel nicht renoviert habe. Das Ergebnis ist ein weitgehend unveränderter Saal mit dem herben Charme der 1960er Jahre. Dazu kommt, dass Veranstaltungen nach 22 Uhr aus Lärmschutzgründen nicht mehr stattfinden dürfen. „Es hat Beschwerden bis zum Erzbistum Köln gegeben“, bestätigt Feldmann und Pfarrer Kurth erklärt, dass der Breuer- Saal unter diesen Umständen sogar jährliche Verluste einfahre. „Zuletzt hatte es nur noch sechs bis acht Veranstaltungen im Jahr gegeben“, so Kurth. „Eine Sanierung hätte etwa zwei Millionen Euro verschlungen, die die Kirchengemeinde natürlich nicht hat. Deshalb bleibt nur der Abriss der Häuser 7-15 und eine neue Nutzung“, sind sich Gemeindevorstand und Pfarrer Kurth mit den Gemeindemitgliedern von St. Laurentius einig.