Westerbuscher feiern 50-Jähriges

Der Kleingartenverein wurde mit 15 Gärten gegründet — heute sind es 125.

UIellendahl. Auch wenn Paul Schnell seinen Garten im vergangenen Jahr abgegeben hat, kommt er immer noch regelmäßig auf das Gelände des Kleingärtnervereins Westerbusch. „Ich bin fast jedes Wochenende hier, und während der Woche komme ich auch drei bis vier Mal“, erzählte der 83-Jährige am Samstag.

Die Treue zum Verein ist nicht verwunderlich, schließlich ist Schnell Gründungsmitglied. Und als langjähriges Mitglied war er am Wochenende bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Kleingärtnervereins Westerbusch mit von der Partie.

„Als wir damals von Berlin nach Wuppertal gekommen waren, hatten wir zunächst in einer kleinen Wohnung in Elberfeld gewohnt. Weil ich nicht wollte, dass die Kinder auf der Straße spielen, habe ich mir einen Kleingarten gesucht“, sagte Schnell.

Die Wahl fiel auf den am 25. Januar 1964 gegründeten Kleingärtnerverein Westerbusch. Der Verein war ins Leben gerufen worden, nachdem Mitglieder des Kleingärtnervereins „Heimatscholle“ ihre Gärten abgeben mussten, weil die Firma Happich das Gelände für ihre Erweiterung nutzen wollte und von der Stadt gekauft hatte.

Als Ersatzgelände wurde den Gartenfreunden das Areal „Am Flöthen/Westerbusch“ bereitgestellt. Im März 1959 entstanden dort die ersten 15 Gärten. „Damals war das hier eine Wiese“, erinnerte sich Schnell. Mittlerweile gibt es auf dem Gelände 125 Kleingärten, die im Schnitt 300 Quadratmeter groß sind.

So gut wie alle Parzellen sind vergeben. „Wir haben höchstens drei bis vier Leerstände“, sagte sich die Vereinsvorsitzende Brigitte Wagner erfreut. Die Nachfrage nach den Kleingärten ist gut — und auch die „Mischung“ stimmt. „Wir haben viele Mitglieder mit Migrationshintergrund. Die Mitglieder stammen aus insgesamt 13 Nationen“, ergänzte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Harald Meyer.

Nachwuchssorgen kennt der Verein bislang nicht. Einer der „Neuen“ ist Ben Rössler. Der 31-Jährige hatte zusammen mit seiner Ehefrau Angela und seinen beiden Kindern im vergangenen Jahr einen Kleingarten bezogen. „Wir sind hier eingetreten, weil wir von einer ruhigen Wohnung in Langerfeld an eine verkehrsreiche Straße in Barmen umgezogen sind“, erzählte er.

Die Kinder hätten eine „Spielmöglichkeit“, die Familie einen „Rückzugsort“ bekommen sollen. Vergleichsweise neu ist auch Helge Liebnitzky. Der 37-Jährige ist seit etwa dreieinhalb Jahren Mitglied im Kleingärtnerverein. „Wenn es irgendwie geht, bin ich mit meiner Familie fast jede Minute hier“, sagte er.

Zur Feier gab es am Samstag für alle Besucher kostenlos Essen und Trinken, Musik und gute Laune. Und auch für einen guten Zweck setzten sich die Kleingärtner ein — sie sammelten Spenden für die Aktion Kindertal.

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