Wenn der Name der Straße verschwindet

Wenn der Name der Straße verschwindet

Schilder am Norkshäuschen gestohlen — kein Einzelfall in Wuppertal.

Uellendahl. Da staunte WZ-Leser Reinhold Karau nicht schlecht: Als er vor einigen Wochen am Uellendahl unterwegs war, fiel ihm an der Ecke Röttgen/ Norkshäuschen am Straßenrand eine fast schon künstlerische Installation ins Auge, die einst ein Wegweiser war. Die Schilder mit beiden Straßennamen waren verschwunden — von Unbekannten aus ihren Rahmen geschraubt.

„Und das ist leider kein Einzelfall“, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann auf WZ-Nachfrage. Bei mittlerweile insgesamt 2150 Straßennamen im Wuppertaler Stadtgebiet komme so etwas immer wieder vor, wobei es oft auch um Unfallschäden, Vandalismus oder eben auch Diebstahl geht. Dass der Ersatz — wie am Röttgen — auf sich warten lässt, hänge mit Bestell-Rhythmen und Lieferzeiten zusammen, fügt Eckermann hinzu.

Fünf Mal im Jahr bringt die Stadt Wuppertal Sammelbestellungen auf den Weg, um Schilder wie am Norkshäuschen zu ersetzen — bei vier Wochen Lieferzeit und entsprechendem Vorlauf bei der Montage. Pro Bestellung geht es um 50 Schilder, wobei durchaus zwei bis zweieinhalb Monate ins Land gehen können, bis der Ersatz steht.

21.500 Euro kostet das alles pro Jahr, und die Herstellung der Schilder schlägt allein mit etwa 6000 Euro zu Buche. Fallen bei den turnusgemäßen Strecken-Kontrollen gestohlene oder auch beschädigte Schilder auf, werden diese automatisch nachbestellt und nach ihrer Anlieferung durch Mitarbeiter der Stadt ersetzt. „Wir sind aber auch für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar“, erklärt Martina Eckermann.

So bleibt jetzt nur noch offen, wohin es die beiden Straßennamen vom Uellendahl verschlagen hat. Die Ersatzschilder sind in Arbeit.

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