Streit: Weihnachtsmarkt in Wuppertaler Innenstadt dieses Jahr ohne Beleuchtung

Streit : Weihnachtsmarkt in Wuppertaler Innenstadt dieses Jahr ohne Beleuchtung

Während Barmens Innenstadt leuchtet, bleibt es in Wuppertal-Elberfeld dunkel. Hintergrund ist ein Streit zwischen den Händlern und dem Veranstalter des Weihnachtsmarktes. Die Besucher sind enttäuscht.

Elberfeld/Barmen. 211 leuchtende Kugeln machen in Barmen darauf aufmerksam, dass Weihnachten vor der Tür steht. In Elberfeld wird es dieses Jahr keine Beleuchtung geben, wenn nicht doch noch ein Wunder geschieht, macht Matthias Zenker von der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt (IG 1) klar. Die Beleuchtung ist in Besitz der Einzelhändler. Mit dem diesjährigen Veranstalter des Weihnachtsmarktes habe keine Einigung erzielt werden können.

Zwei Optionen haben im Raum gestanden, so Zenker: Bei der ersten Variante hätte die IG 1 die Leuchten und Technik kostenfrei zur Verfügung gestellt, für Auf- und Abbau und die Betriebskosten wäre dann der Veranstalter verantwortlich gewesen. Bei Möglichkeit zwei hätte die Interessengemeinschaft den Betrieb der Beleuchtung samt Kosten übernommen und dafür einen Betrag vom Veranstalter gezahlt bekommen. „Wir haben dem Veranstalter bis letzte Woche Zeit gegeben und keine Rückmeldung bekommen — das ist für uns eine Absage“, sagt Matthias Zenker gestern. Für die Geschäftsleute sei das natürlich eine sehr traurige Entwicklung.

Ähnlich sehen das die meisten potenziellen Besucher des Weihnachtsmarktes. „Es ist sehr schade, die Lichter geben Wärme in der dunklen Jahreszeit“, sagt Dietlind Krieglstein. Wenn eine festliche Beleuchtung locke, seien die Besucher auch besser „gelagert“: „Man geht lieber einkaufen oder guckt, was die Stände zu bieten haben“, sagt sie. Sie würde sich wünschen, dass sich die Verantwortlichen mit Blick auf gemeinsame Interessen zusammenraufen. Auch Erika Emde findet es sehr bedauerlich: „Für mich fehlt dann etwas. Traditionen, die man erwartet und die zum Stadtbild um die Weihnachtszeit gehören, werden plötzlich nicht mehr erfüllt“, sagt sie.

„Ich finde es skandalös und bin total enttäuscht darüber, dass es in diesem Jahr einen Lichtermarkt ohne Lichter in Elberfeld geben wird“, schreibt Claudia Kranz an die Redaktion per Mail. Seit sie denken könne, kenne sie den Markt nur mit Beleuchtung. Ohne könne es passieren, dass viele die Elberfelder City meiden werden.

Einzelhändler Thomas Pusinelli sieht die Verantwortung bei der Stadt. Ein Konzept für eine neue Beleuchtung habe bereits in der „Schublade der IG 1“ gelegen. „Warum ist von der Stadt kein Geld dafür vorhanden?“, fragt Jochen Richarz. Andere Städte würden es schließlich auch schaffen. „Es können auch nicht immer die Einzelhändler daran beteiligt werden, da sie sowieso ums Überleben kämpfen“, ist seine Meinung.

Ingo Gehring findet, dass sich Elberfeld ein Beispiel an Barmen nehmen sollte. „Wenn Touristen kommen, sollte doch zumindest die Poststraße weihnachtlich beleuchtet sein. Für Elberfeld ist das beschämend“, sagt er. Auch Silke Widenka fürchtet, dass die Atmosphäre leiden wird: „Das ist ein Armutszeugnis für Elberfeld. Eine Weihnachtsbeleuchtung Richtung Himmel sollte schon sein“, sagt sie.

Ralf Jacob meint, dass die Außenwirkung leidet. „Die Besucher, die nach Elberfeld kommen, erwarten Weihnachtsbeleuchtung. Gerade für Kinder sollte die weihnachtliche Stimmung erzeugt werden“, sagt er. Ruth Stöcker sieht es eher pragmatisch: „Es reicht mir, wenn die Buden beleuchtet sind. Das kostet doch alles Stromkosten. Außerdem fehlt mir nichts, wenn es keine Weihnachtsbeleuchtung gibt, Hauptsache, es werden Weihnachtslieder gesungen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung