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„Wahlkampf kann auch Spaß machen“

„Wahlkampf kann auch Spaß machen“

Launige Rede: Helge Lindh war zu Gast beim SPD-Ortsverein Uellendahl-Dönberg.

Uellendahl-Dönberg. Wahlkampf ist mitunter anstrengend. Daran besteht kein Zweifel. „Wahlkampf kann aber auch Spaß machen“, betonte Helge Lindh, Bundestagskandidat der SPD, beim Jahresempfang des Ortsvereins Uellendahl-Dönberg. In launigen Worten berichtete er im „Haus Marianne“ von seinen Erfahrungen im „Häuserkampf“, wie er scherzhaft die Besuche in seinem Wahlkreis nannte. Erzählte von Bürgern, die ihn gefragt hätten, ob er Botox gespritzt hätte — „ist natürlich alles natürlich“ — oder Zeugen Jehovas, die ihn und seinen Begleiter vor der Tür für Glaubens-Brüder hielten.

Doch auch, wenn er humorig startete, schnell wurde Lindh ernst. Insbesondere ging er auf die Gefahr von Rechts ein, „ein Angriff auf die Demokratie“. Manche Wahlplakate seien blanker Rassismus. „Mein Wuppertal“, erklärte er, gebe diesem Gedankengut aber keinen Platz.

Lindh spannte den Bogen zum Thema Bildung und erinnerte an ein Gespräch, das er mit einem syrischen Mädchen geführt hatte, „das viel bildungsnäher ist als diejenigen, die sie denunzieren“. Die Zehnjährige habe ihn gefragt, wann sie endlich hier zur Schule gehen könne — und warum nicht mehr Schulen gebaut würden. Kommunen wie Wuppertal, so Lindh, die ausgeblutet seien, müsste der Bund mehr unterstützen, damit eben zum Beispiel Schulen gebaut werden können. Und, so Lindh: Wuppertal habe bei der Integration schon Tolles geleistet, „vor allem Dank der Ehrenamtler“. Überhaupt sei Wuppertal eine Stadt im Aufbruch. Nicht immer müsse man von hier nach Berlin schauen, sondern auch von Berlin nach Wuppertal, betonte der Kandidat — und erntete viel Applaus der Genossen.

Zuvor hatte Gabriela Ebert, als Bezirksbürgermeisterin sozusagen Gastgeberin der Veranstaltung, über die aktuellen Entwicklungen im Bezirk berichtet. Einigkeit herrschte erwartungsgemäß beim Thema „Sporthalle Nevigeser Straße“. Sie hoffe ja auf eine schnelle Realisierung, trotz der kürzlich bekannt gewordenen Beschwerde eine gescheiterten Kaufinteressenten (die WZ berichtete). Dafür gab es zustimmendes Kopfnicken bei der anwesenden Stadtspitze mit OB Andreas Mucke und Sozialdezernent Kühn. Mehr Diskussionsbedarf dürfte es beim Thema Forensik geben. Die Bezirksvertretung, so Ebert, lehne seit 30 Jahren jedwede Bebauung der Kleinen Höhe ab. Verwaltung und Rat und damit die SPD-Vertreter dort haben sich aber bekanntlich auf die Kleine Höhe festgelegt. est