Wuppertal: Viele offene Fragen beim Bauvorhaben Kirchhofstraße

Wuppertal: Viele offene Fragen beim Bauvorhaben Kirchhofstraße

Pläne für Wohnbebauung stoßen bei Anwohnern auf Kritik. Sie befürchten noch mehr Lärm und Parkplatzmangel.

Sonnborn. Es bleibt in Sonnborn ein umstrittenes Projekt. Gegen das geplante Bauvorhaben an der oberen Kirchhofstraße gibt es nach wie vor viel Widerstand der Bürger. Hier sollen 75 Wohneinheiten entstehen. Die Anwohner kritisieren vor allem den Wegfall der rund drei Hektar großen Grünfläche nördlich des neuen Friedhofs. Die Wuppertaler Kreisgruppe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bezeichnet das Gelände als „letztes Biotop innerhalb eines großen Gebietes“. Die Nachbarn befürchten durch die Bebauung zudem eine Zunahme des Verkehrs und mehr Lärm. Kommende Woche steht das Thema auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Elberfeld-West und des Stadtentwicklungsausschusses (siehe Infokasten). Dabei wird über den Offenlegungsbeschluss beraten. In der Politik gibt es ein differenziertes Meinungsbild zum Projekt. Dabei werden auch die Vorteile der Bebauung gesehen.

„Erschwingliche Wohnungen für junge Familien können Sonnborn aufwerten“, findet Elberfeld-West-Bezirksbürgermeisterin Ingelore Ockel (CDU). Ihrer Meinung nach müsste allerdings das Lärmproblem durch die Nähe der A 46 geklärt werden. Auch für die schon lange gesperrte Brücke an der Kirchhofstraße sei eine Lösung erforderlich. Zudem dürfe die Bebauung nicht zu Engpässen bei den Parkmöglichkeiten führen.

„Diesbezüglich haben wir nachjustiert“, sagt Bodo Matjeka vom Planungsbüro BMS in Bochum. Er entwickelt das Vorhaben für den Investor. Dabei handelt es sich um Unternehmen Bonava Deutschland (früher NCC Deutschland). „Es sollen möglichst viele Parkplätze in der Kirchhofstraße erhalten bleiben“, sagt Bodo Matjeka. Durch die Hauseinfahrten sei aber der Wegfall einiger Stellplätze nicht zu vermeiden.

Beim Thema Lärm soll auf passiven Schallschutz in Form besonders verglaster Fenster gesetzt werden. „Tagsüber liegen wir im Gebiet innerhalb der Toleranzwerte“, erläutert Matjeka. Nachts sei der Grenzwert allerdings überschritten. „Wir sind hier in einem nicht unbelastetem Gebiet“, räumt der Planungsexperte ein. Die damit zusammenhängenden Probleme seien aber lösbar. Das bezweifelt Anwohner Frank Krähwinkel. „Der Lärm wird immer schlimmer“, berichtet er. „Wir haben schon eine Dreifachverglasung und es ist trotzdem noch laut“, sagt Krähwinkel. Er habe mit einem entsprechenden Gerät bereits am frühen Morgen einen Lärmpegel von 72 Dezibel gemessen. „Bei geöffneten Fenstern können wir gar nicht mehr schlafen“, sagt Frank Krähwinkel. Ohne den Schutz des Grüngürtels werde die Situation noch schlimmer. Auch die Parkplatzsituation betrachtet er mit Sorge. Schon jetzt seien die Stellplätze äußerst knapp. „Wir können die Bedenken der Bürger nachvollziehen und daher müssen auch alle offenen Fragen im Laufe des Verfahrens geklärt werden“, sagt Stadt Sprecherin Martina Eckermann.

Grundsätzlich gebe es aber eine große Nachfrage bei diesem Wohnsegment. „Es sollen besonders junge Familien angesprochen werden und entsprechender Wohnraum ist für die Attraktivität Sonnborns positiv“, betont Eckermann. Geplant ist eine Mischung aus Reihenhäusern, Doppelhaushälften und Einfamilienhäusern. Die Bebauung soll durch kleine Grünbereiche und einen öffentlichen Spielplatz aufgelockert werden. Die verkehrliche Anbindung ist von der Kirchhofstraße aus parallel zur privaten Zufahrt im südlichen Bereich des Geländes vorgesehen. Der Investor kauft die Fläche von der Evangelischen Kirchengemeinde Sonnborn. Diese ist durch ihre weiterhin schwierige finanzielle Situation auf die entsprechenden Einnahmen dringend angewiesen.

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