Viel Zuversicht im Wuppertaler Geburtshaus

Viel Zuversicht im Wuppertaler Geburtshaus

Wegen der großen Nachfrage soll an der Hainstraße ein zweiter Geburtsraum gebaut werden.

Elberfeld. Das Geburtshaus Wuppertal gibt sich trotz steigender Versicherungsprämien für Hebammen zuversichtlich. Die Hilfe und das Wissen der fünf Hebammen, die im Geburtshaus an der Hainstraße arbeiten, ist gefragt: Allein im vergangenen Jahr haben sie 224 Geburten betreut. „Bei uns steht den schwangeren Frauen zur Absicherung auch immer noch eine zweite Hebamme zur Seite, falls ihre eigentliche Hebamme mal ausfällt. Das ist für die Hebammen zwar eine Doppelbelastung, gehört jedoch zu unseren Qualitätsansprüchen einer optimalen Betreuung“, sagt Kristin Seeland, Geschäftsführerin des Geburtshauses in Wuppertal.

Kristin Seeland blickt in die Zukunft. Der Verein plant einen Neuanbau an der Hainstraße: „Der Bedarf ist da und in dem neuen Raum wollen wir einen zweiten Geburtsraum einrichten.“ Allerdings ist die Situation angespannt. Die vorläufige Haftpflichtversicherung für Geburtshelfer gilt nun bis Juli 2015, danach ist die Zukunft des Berufsstandes ungewiss (Kasten rechts). Insbesondere Hebammen in Teilzeit können von ihrem Einkommen jetzt schon kaum leben. Wenn die Versicherungsprämien dann weiter ansteigen, können sie sich ihren Beruf wohl schlicht nicht mehr leisten.

Bei Hebammen in Vollzeit sieht es noch etwas anders aus. Doch auch bei ihnen übersteigen Versicherungsbeiträge von 6000 Euro bei weitem die Schmerzgrenze. „Bei uns im Geburtshaus können wir mit den Mitteln, die wir durch einige unserer Kurse einnehmen, noch einen kleinen Zuschuss zur Haftpflichtversicherung unserer Hebammen vom Geburtshaus beisteuern. Aber das ist keine dauerhafte Lösung“, sagt Seeland.

Eine Möglichkeit, die hohen Beiträge für die Haftpflichtversicherung zu senken, sieht Seeland in der Gemeinschaft: Kinder seien nicht nur der Grundstein der Gesellschaft, sondern auch die Versicherungseinzahler in Rentenkasse und Co. von morgen. Und so sei es nur gerecht, wenn die Kosten, die bei einer Geburt entstehen können, zum Teil auf die Gemeinschaft umgelegt würden. Seeland zufolge sei das aktuelle Versicherungssystem auch vielmehr ein Aufschub von Problemen, als ein echtes Resultat: „Daher sollte dieses System schnellstmöglich beendet und mit Nachdruck nach einer besseren Lösung gesucht werden.“

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