Varresbeck: Varresbeck: Trauerhalle steht kurz vor der Eröffnung

Varresbeck: Varresbeck: Trauerhalle steht kurz vor der Eröffnung

Der Neubau am Friedhofsgelände der Jüdischen Kultusgemeinde an der Krummacher Straße wird am 18. Mai eingeweiht.

Wuppertal. Im Frühjahr 2007 starteten die Bauarbeiten auf dem rund 21000 Quadratmeter großen Friedhofsgrundstück der Jüdischen Kultusgemeide an der Krummacherstraße am Eskesberg. Die gut 180 Quadratmeter große Trauerhalle kann nach einigen Monaten Verzögerung am 18. Mai nun endlich eingeweiht werden. Die Arbeiten auf dem Außengelände dauern noch an.

Die Bänke sind noch unter einer Plane versteckt, Installationen für die traditionelle Waschung des Leichnams sind noch nicht komplett. Es gibt noch einiges zu tun, bevor in der jüdischen Trauerhalle die erste Zeremonie abgehalten werden kann.

Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde, ist mit dem Fortschritt der Bauarbeiten aber mehr als zufrieden. Nach dem Bau der Synagoge habe sich nun bereits zum zweiten Mal die Zusammenarbeit mit Architekten-Büro Goedeking und dem Gebäudemanagement bewährt.

Für den Bau des Trauerhauses hatte die Jüdische Kultusgemeinde im Frühjahr vergangenen Jahres einen Kredit aufgenommen, für die Arbeiten am Außengelände waren die finanziellen Mittel knapp geworden. Eine Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahme der Arge Wuppertal und das gemeinnützige Wichernhaus war daher mit dem Projekt betraut worden.

Langzeitarbeitslose werden in der Landschaftsarbeit angelernt und ausgebildet. "Das hat mehr Zeit in Anspruch genommen, als wir dachten", sagt Leonid Goldberg. Diese Arbeiten werden noch ein gutes Jahr dauern. Neben einem eigenen Feld für die jüdischen Priester - den Kohanim - ist auch ein durch eine Hecke abgegrenztes Feld für Verstorbene aus Mischehen in der Entstehung.

"Nach religiösen Gesetzen dürfen nichtjüdische Menschen nicht auf einem jüdischen Friedhof beerdigt werden", erklärt Rabbiner Ahron Ran Vernikorsky. "Wenn Menschen aber Jahrzehnte lang zusammen gelebt haben, möchten wir sie nicht trennen", ergänzt Goldberg.

Am 18.Mai wird die Beschriftung "Jüdischer Friedhof" auf hebräisch und deutsch den Haupteingang zieren. Zur Einweihung wird auch der Oberbürgermeister aus der israelischen Partnerstadt Beer Sheva anreisen.

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