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Umstrittener Recyclinghof: Betreiber bessert nach

Umstrittener Recyclinghof: Betreiber bessert nach

Die Rhein-Ruhr-Recycling GmbH hat auf die Anwohnerproteste reagiert. Unter anderem wurde die Lärmschutzwand erhöht.

Varresbeck. Die Reste der ausrangierten A46-Lärmschutzwände sehen ihrem Ende entgegen. Noch liegen die schweren Brocken auf dem Recyclinghof in der Varresbeck, doch der „Brecher“ wartet schon gut 50 Meter weiter. Die Maschine wird die Wandstücke zerschreddern, übrig bleibt nur kleinteiliger Schutt. Einige Anwohner des Betriebes hätten sich wohl lieber gewünscht, die Lärmschutzwände wären rund um das Gelände wieder neu aufgezogen worden.

Seit der Inbetriebnahme hatte es massive Proteste insbesondere gegen die Lärm- und Staubbelastung gegeben; die Bezirksregierung Auflagen verhängt und mit der Stilllegung gedroht; ein Anwohner wiederum dagegen geklagt, dass die Bezirksregierung überhaupt die Genehmigung erteilt hatte (die WZ berichtete).

Rainer Deeg, Geschäftsführer des Betreibers der Anlage, der Rhein-Ruhr-Recycling (RRR) GmbH, gibt sich einsichtig. Dass es soviel Gegenwind geben würde, hätte man einfach nicht erwartet. Zwar betreibt die RRR seit längerem einen Recyclinghof am Hauptstandort in Neuss — der liegt aber weitab von jeglicher Wohnbebauung. Nachbar dort ist die Deutsche Bahn.

„Wir haben auf die Beschwerden hier reagiert“, betont Deeg bei einem Rundgang über das Gelände mit Bezirksbürgermeisterin Christa Kühme. Er zeigt unter anderem die neue Reifenwaschanlage, durch die jeder Lkw vor dem Verlassen des Hofs durch muss, damit der Lüntenbecker Weg nicht mehr so verunreinigt wird. Oder die Wassersprenger, die die Staubentwicklung eindämmen sollen. Alles Auflagen der Bezirksregierung. Doch obwohl der „Brecher“ gerade arbeitet, fließt kein Wasser. Erst nach Deegs Hinweis schaltet ein Mitarbeiter die Anlage an. „Das muss in Zukunft auch kontrolliert werden“, erklärt Kühme.

Die Beschwerden von Anwohnern hätten in letzter Zeit aber abgenommen, betont die Bezirksbürgermeisterin. Düsseldorf hatte unter anderem auch eine Lärmschutzwand gefordert — gebaut hat die RRR eine wuchtige Bretterwand, die kürzlich noch aufgestockt werden musste. „Ein Provisorium“, räumt Deeg ein. Das soll bald durch eine etwa zwölf Meter hohe und 400 Quadratmeter große Halle zur Aufbereitung von Holz und Baumischabfällen ersetzt werden. Da die Halle aber höher werden muss, als ursprünglich genehmigt, ist derzeit ein neuer Antrag in der Mache. Im Januar, hofft Deeg, soll der Bau fertig sein.

Kritisiert worden war außerdem die Situation an der Toreinfahrt, die für Fußgänger schlecht einsehbar ist. Spiegel sollen dort bald für eine Verbesserung sorgen. Und auch auf Kühmes Anliegen, dass für vier große, gefällte Bäume, Ersatz geschaffen wird, will Deeg eingehen. Bäume von anderen Baustellen sollen umgepflanzt werden — damit die Anwohner einen Sichtschutz haben.