Tunnel Dorp: Hoffnung auf eine schnelle Öffnung

Tunnel Dorp: Hoffnung auf eine schnelle Öffnung

Am WZ-Mobil stoßen die Pläne auf große Zustimmung.

Briller Viertel. Wenn das Wetter mitspiel, ist nachmittags eigentlich immer etwas los an der Nordbahntrasse — auch unter der Woche. Der Ottenbrucher Bahnhof ist dabei ein beliebter Startpunkt für Spaziergänger und Radfahrer, gleichzeitig aber bislang auch Endstation für diejenigen, die aus Richtung Mirke kommen. Doch das soll sich ändern. Am 10. August soll der Tunnel Dorp provisorisch geöffnet werden. Damit würde für Trassennutzer der Umweg über den Otto-Hausmann-Ring, um wieder auf die Trasse zu gelangen, entfallen.

Kurt Redder befürwortet die Öffnung. „Mit Hilfe des Tunnels könnte ich durchgängig vom Zoo nach Barmen mit dem Fahrrad fahren. Aber die Zugänge zur Trasse sind verbesserungsfähig.“ Ebenso kritisiert er die hohen Kosten des schmalen Gerüsttunnels. „60.000 Euro für ein Löwengitter“, bezeichnet Redder die provisorische Lösung.

Das Ehepaar Wolfgang und Irmgard Ecker nutzt regelmäßig die Trasse, sei es als Fußgänger oder Fahrradfahrer. „Die Nordbahntrasse ist schon eine schöne Strecke. Der Tunnel Dorp ist ein Schlüsseltunnel, der die beiden Hauptstücke Vohwinkel und Barmen verbindet. Jetzt muss noch der Boden asphaltiert werden“, sagt Wolfgang Ecker. „Hauptsache man kann schon durch“, erwidert seine Ehefrau Irmgard.

Spaziergänger Horst Voss ist ebenfalls oft auf der Trasse: „ Die Nordbahntrasse ist ein Pluspunkt für die Stadt, jetzt muss sie nur noch komplett passierbar gemacht werden.“

„Der Tunnel muss dringend aufgemacht werden“, sagt Bernd Bertram. Er ist häufig mit seinem Elektrorad auf der Trasse unterwegs. Doch das bereitet ihm Probleme: „Die Treppe hier rauf ist mit einer schönen Schiebehilfe für Fahrradfahrer ausgestattet. Aber für Elektroräder hilft das nicht, die sind mit mehr als 25 Kilogramm einfach zu schwer zum Hochschieben.“ Genau so wichtig findet er die Öffnung des Rotter Tunnels. „Dann wären endlich auch Barmen und Wichlinghausen erreichbar“, sagt der 61-Jährige.

Für ihn ist die Trasse „endlich ein Weg, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu kommen, ohne halb tot gefahren zu werden“. Mit dem schon ausgebauten Teil der Trasse ist er zufrieden. Nur mit den Benutzern manchmal nicht: „90 Prozent der Leute sind vernünftig — die anderen zehn Prozent kann man in die Tonne kloppen, die nehmen keine Rücksicht. Zum Beispiel, wenn ich scharf bremsen muss, weil Hundebesitzer ihre Tiere mitten auf der Radspur toben lassen.“

Jens Teiwes sieht in der Öffnung des Tunnels ebenfalls einen großen Vorteil. „Die Umleitung ist bislang nicht ungefährlich.“ Auf der fertigen Strecke, so sein Vorschlag, sollten aber auch schon jetzt Sitzbänke aufgestellt werden.

Wilfried Gies ärgert „ewige Geplänkel zwischen Stadt und Wuppertal Bewegung“. Das liege nur an gekränkten Eitelkeiten, ist er überzeugt. „Jeder will seine Schäfchen ins Trockene bringen.“ Seiner Meinung nach habe man das Pferd von der falschen Seite her aufgezäumt. „Man hätte die Tunnel zuerst fertig machen müssen.“ Und das so viel Aufheben um die Fledermäuse gemacht werde, sei nicht richtig. „Ich bin auch Tierfreund, und ich denke, dass die Fledermäuse nach den Arbeiten wiederkommen würden.

Klaus Beine ist froh, wenn es endlich weitergeht auf der Trasse. „Wie lange läuft das denn schon?“, fragt er. Er ist gerne auf der Strecke unterwegs. „Die Wuppertal Bewegung hat schon viel geschafft.

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