„Tanzchor 60+“: Senioren tanzen und singen zugleich

„Tanzchor 60+“: Senioren tanzen und singen zugleich

„Tanzchor 60+“ feiert am Freitag Premiere in der Bergischen Musikschule. Tanz und Gesang kommen zusammen. Diese doppelte Aufgabe bedeutet auch physisch eine besondere Herausforderung.

Elberfeld. Wenn ab Freitagabend das Programm „Ringe“ im großen Saal der Bergischen Musikschule zu sehen ist, dürfte für manchen Zuschauer nicht nur das Stück etwas Neues sein: Die Mitglieder des „tanzCHor60+“ sind, wie der Name sagt, jenseits der Lebensmitte. Ebenso steckt in der Bezeichnung schon die zweite Besonderheit, der Genremix nämlich: Tanz und Gesang kommen zusammen, wenn die Truppe auch 2017 in der Hofaue ihr Jahresstück zeigt.

Diese doppelte Aufgabe bedeutet auch physisch eine besondere Herausforderung. „Die Kombination ist deutschlandweit einmalig“, sagt Hilde Kuhlmann. Die Leiterin mehrerer Chöre unterrichtet an der Musikhochschule und ist seit Beginn im Jahr 2011 für den Gesang der versierten Laien zuständig. Die Sparte Tanz liegt inzwischen in den Händen von Chrystel Guillebeaud — sie ist früheres Mitglied des Tanztheaters Pina Bausch. Schon der Profi-Hintergrund der Leitung lässt erahnen: Der Anspruch ist hoch, und „Seniorentheater“ wäre als Beschreibung ganz unzureichend.

Tänzerisch und gesungen präsentiert „Ringe“ unterschiedliche Reflexionen zum Titel. Etwas konkreter wird dieser im Arbeitstitel namens „gemeinsam! alt! werden!“, und so spielen Eheringe ebenso eine Rolle wie Lebensringe. Das Alter ist auch sonst ein wichtiger Faktor. Denn die Teilnehmer „haben viel weniger Hemmungen“ als Jugendliche sagt Guillebeaud. Hilde Kuhlmann bestätigt auch fürs Singen eine größere Bereitschaft, sich einzulassen — insgesamt vermittelten die gestandenen Akteure die Haltung: „Was kann mir denn passieren?“

Die meisten Mitglieder sind schon lange im Ensemble. Mitssiebziger Dieter Linden ist seit Jahren dabei und noch länger als Tänzer aktiv: Bei Pina Bauschs „Kontakthof“ war er zu deren Lebzeiten Teil der Version „Für Damen und Herren ab 65“. Was „Sechzig Plus“ betrifft, urteilt er zur aktuellen Produktion: „Auch die früheren Stücke waren toll, aber ‚Ringe’ ist für mich bisher das schönste.“

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