Arrenberg : Baumängel: Stadt räumt Wohnung am Arrenberg

Simonsstraße 55: Ein Teil eines Zimmerbodens brach ein. Der Zustand der Immobilie ist Nachbarn Dorn im Auge.

. Die Bauaufsicht der Stadt Wuppertal hat eine Wohnung im Haus Simonsstraße 55 wegen Baumängeln bis auf weiteres sperren lassen. Dort hatte es am Mittwoch einen Feuerwehreinsatz gegeben, weil ein Stück Decke vor einer Badewanne eingebrochen war. Laut Stadt ist die Familie daraufhin in eine Übergangsunterkunft gebracht worden. „Wir wollen verhindern, dass sie von Obdachlosigkeit bedroht sind“, heißt es aus dem Rathaus. Die anderen Wohnungen in dem viergeschossigen Haus seien nicht betroffen gewesen.

Die Räumung sei, so berichten Nachbarn, „Hals über Kopf“ passiert. Mitarbeiter im gegenüberliegenden „Aufbruch“, dem Vereinssitz des Bürgervereins „Aufbruch am Arrenberg“, kümmerten sich um die Familie und deren Kinder.

Zustand der Immobilie
ist schon länger ein Ärgernis

Froh ist man in der Nachbarschaft darüber, dass niemand verletzt wurde. Das Haus und dessen Zustand seien schon länger ein Thema gewesen, heißt es von Anwohnern. Seit vergangenen Mittwoch stand die Haustür zeitweise offen. Augenzeugen, die einen Blick reingeworfen hatten, berichten von wenig wohnlichen Verhältnissen: Zerstörte Briefkästen, Papiermüll in einigen Ecken und Styroporplatten, die von der Decke hängen. „Dort zu wohnen, ist eine Zumutung“, so eine Nachbarin. Nach Aussage von Bewohnern steht für zwei weitere Familien ein Umzug an.

Für Hans-Georg Walter, den Vorsitzenden des Vereins Aufbruch am Arrenberg, hat der jetzige Zwischenfall zumindest etwas Positives. „Die Stadt hat sich endlich des baufälligen Objektes angenommen.“ Wer Eigentümer der Immobilie sei, wisse der Verein allerdings auch nicht. „Wir hoffen aber, dass er jetzt zur Einsicht kommt und etwas macht.“ Denn am Arrenberg habe sich schon einiges zum Positiven entwickelt.

So habe sich der Verein gefreut, dass sich für die langjährige Schrottimmobilie Simonsstraße 45 ein neuer Eigentümer gefunden hatte, der seit längerem eifrig saniert. Der Vorbesitzer hatte den Bau, so der Vorwurf am Arrenberg, systematisch verfallen lassen und auch nicht reagiert, als die Stadt das Haus sperrte. Erst die Zwangsversteigerung brachte die Wende. Umso ärgerlicher sei, so Walter, dass man ein paar Häuser weiter nun die nächste Baustelle habe.

Eigentümer sieht Mitschuld
bei den Mietern

Der Eigentümer der Hausnummer 55 äußerte sich gestern nur kurz gegenüber unserer Zeitung. Die Schuld daran, dass ein Stück Boden eingestürzt war, gibt er den Mietern. Denen habe er nach eigener Aussage schon vor längerer Zeit schon gekündigt. Der Wuppertaler bestätigt, dass die Wohnung darunter derzeit nicht bewohnt wird. „Ich saniere sie.“ Auch die Wohnung im zweiten Obergeschoss will er wieder auf Vordermann bringen. Zum „Wann“ machte er allerdings keine Angaben.

Anwohner sehen die Schuld allerdings beim Vermieter: „Er hat jahrelang nichts gemacht.“ Der Zustand des gesamten Hauses sei dementsprechend. Auf dem Grundstück gebe es zudem Ratten. Schuld daran sei zum Beispiel, dass im Hinterhaus Müll liegt. Zudem funktioniere die Heizungsanlage bereits seit längerem nicht.

In dem Haus leben nach WZ-Informationen vornehmlich Mieter aus Südosteuropa. Das Jobcenter soll in den Fall involviert sein, wie es heißt. Wie viele Wohnungen dort untergebracht sind, wollte der Vermieter der WZ nicht sagen.

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