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Sportfreunde Dönberg: Ohne Helfer-Team läuft gar nichts

Sportfreunde Dönberg: Ohne Helfer-Team läuft gar nichts

Auch hinter den Erfolgen der kleinen Sportfreunde steht eine ausgefeilte Logistik.

Dönberg. Wer zuerst darauf pochte, bleibt in der Fußballwelt strittig, aber der Rat hat seine Gültigkeit bewahrt: Elf Freunde müsst ihr sein. Die F1-Jugend der Sportfreunde Dönberg kann an diesem Ziel nur scheitern, denn sie zählt einschließlich der Ersatzspieler gerade mal zehn Jungs. In den Ferien steht gar nur eine Notbesetzung auf dem Trainingsplatz: Leon Bernges, Kapitän Tim Hercher und "Flankengott" Jona Beck.

27 Jahre zählen die drei, wenn man ihr Alter addiert. In den Fußballschuhen steckten sie schon als Bambini, sind also ausgewiesene Cracks. Dennoch gibt es eine Welt jenseits des Leders, und so nennt Jona ein überraschendes Zweit-Hobby: "Mit Papa kuscheln." Papa Joachim Beck hat als Kind auch schon auf diesem Sportplatz gekickt.

Heute trainiert er gemeinsam mit Frank Stausberg und Tassilo Dicke die Mannschaft und plaudert aus dem Nähkästchen: "Wir spielen richtig Fußball. Hier geht es nicht um Tricks, sondern von Anfang an um taktisches Zusammenspiel." Auch wenn andere konditionell manchmal stärker seien, zahle sich das aus. Drei Turnier-Siege gegen Köln, Velbert und Heiligenhaus mit zusammen 36Toren bei drei Gegentreffern sprechen Bände.

Rein praktisch sieht die Trainingsstrategie etwa so aus: Von der Ecke her ins Feld dribbeln, dann auf Kommando stoppen und eine Rechenaufgabe lösen. Das ist kein Nachhilfeunterricht auf dem Rasen, sondern fördert das Koordinationsvermögen. Für den Gegner gibt es jeweils schon zu Spielbeginn eine Packung, wenn die Mannschaft ihr Motto brüllt: "Wir sind schnell! Wir sind stark! Wir sind schlau!"

Die Finesse reicht auch hinter die Kulissen, wo alle zehn beteiligten Familien das Team mit einer ausgefeilten Logistik stützen. Fahrgemeinschaften sind nur ein Baustein. Tims Opa Günter Schlutt sorgt zudem als einer von vier Betreuern dafür, dass die Fußballschuhe auch immer perfekt geschnürt sind. "Das können die Kinder natürlich noch nicht alleine."

Auch Schiedsrichter und Sanitäter aus Familienkreisen sind regelmäßig zur Stelle. Kartoffelsalat, Suppe und heißen Tee stellen die Mütter bereit, die reihum auch das Waschen der verschwitzten Trikots übernehmen. Fußball ist schließlich zunächst einmal Männersache mit kleinen, aber wichtigen Nebenrollen für die Frauen.

Auf einen "Tross von 30 bis 40 Personen" könne die Mannschaft bei ihren Spielen zählen, sagt Schlutt. So ein Fanblock reicht schon, um eine ordentliche La Ola-Welle hinzulegen. "Die Eltern sind ja froh, dass ihre Kinder nicht auf der Straße rumhängen", erklärt Schlutt das Motiv für solche Begeisterung. Enkel Tim ist sich dann auch sicher: "Wir werden Meister." Bis dahin gibt es bei jedem Sieg pro Nase eine Bonbontüte. Nur Leon steht mehr auf Handfestes: "Kinderkrimis. So richtig schlimme."