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„Spielende Finger“: Soll die Kunst auf den Kreisel?

„Spielende Finger“: Soll die Kunst auf den Kreisel?

Die Skulptur „Spielende Finger“ soll auf den Kreisel an der Tannenbergstraße umziehen – zum Schutz vor Randalierern.

Arrenberg. Meisterhafte Unentschlossenheit beweist die Bezirksvertretung (BV) Elberfeld-West in Sachen Kunst. Kaum war die Marmorskulptur "Spielende Finger" des Wuppertaler Künstlers Hans-Jürgen Hiby im Juni 2006 mit Farbe übergossen worden, begann das Gerangel um dieses Bildwerk. Soll es in der Grünanlage am Gutenbergplatz bleiben? Wer bezahlt die Reinigung? Welches Verfahren ist geeignet, die Farbe zu beseitigen?

Derzeit schützt ein Holzhäuschen das Kunstwerk vor neuen Übergriffen. Die angeblich effiziente Reinigung mit Trockeneis hat sich als untauglich erwiesen, Sandstrahl scheint die letzte Lösung, nachdem das Angebot Hibys, den Marmor fachmännisch abzuschleifen, aus Kostengründen abgelehnt wurde.

BV-Vertreter Udo Hindrichs (SPD) hatte früh dafür plädiert, für die Skulptur in Abstimmung mit dem Künstler einen neuen, halbwegs sicheren Standort zu suchen. Den stellte nun Monika Heigermoser, Leiterin des Kulturbüros, der BV vor: den Kreisel an der Tannenbergstraße. Hiby, nach Jahren der Auseinandersetzung ermattet, kann sich mit dieser Lösung anfreunden.

"An so einer exponierten Stelle scheint mir die Skulptur einigermaßen geschützt", sagte er auf Nachfrage der WZ. Er habe der Stadt das Angebot unterbreitet, die Skulptur zum Preis von 2000 Euro zurückzukaufen, um aus dem Marmor eine neue Skulptur für sein Heimatquartier Nächstebreck zu schaffen. Hiby: "Wenn jeder Bürger einen solchen Betrag aufbringen würde, dann käme die Stadt sogar aus ihrer finanziellen Klemme."

Aber weder diese Lösung noch der neue Standort ist den Bezirksvertretern offenbar genehm. Die Skulptur sei Kunst für den öffentlichen Raum und zugeschnitten für einen bestimmten Platz. Obendrein müsse man an dem Kreisel mit Verschmutzung durch Abgase rechnen.

Heigermoser betonte derweil, dass Kunst auch eine Aufwertung für einen solchen Standort bedeute. Nun soll geprüft werden, ob sich der Kreisel auch in technischer Hinsicht als Standort für die Skulptur eignet.