Sperrung am Hauptbahnhof: „Es gibt halt keine andere Lösung“

Sperrung am Hauptbahnhof: „Es gibt halt keine andere Lösung“

Pendler und Reisende kritisieren insbesondere die ihrer Ansicht nach schlechte Beschilderung.

Elberfeld. Im Zuge der Neugestaltung des Hauptbahnhofs wird demnächst der Parkplatz verschwinden und der Taxistand weiter weg vom Eingang verlegt. Das WZ-Mobil machte gestern zum Thema am Hauptbahnhof Station, um zu hören, was die Wuppertaler zu den Plänen sagen. „Ganz, ganz grauenhaft“, findet Inge Scheiffert die Aussichten. „Und ganz schlecht für Senioren, wenn die dann auch noch Gepäck dabei haben.“

Wenn sie ältere Verwandte mit dem Auto abholen oder wieder zum Zug bringen wolle, dann würden die weiteren Wege schon beschwerlich. Lothar Kotschke holt gerade Besuch ab und sieht es gelassener. „Es gibt halt keine andere Lösung. Und Alternativen sind ja da.“ Da sei zum Beispiel der Parkplatz an der Straße Döppersberg Richtung Adersstraße. Wichtig sei aber, dass am Bahnhof vernünftig ausgeschildert werde.

Das Thema Hinweisschilder wird immer wieder angesprochen: Elfi Waschkessel sagt: „Es müsste wenigstens frühzeitig Hinweisschilder geben. Ich wollte eine Fahrkarte kaufen und habe erst mal gesucht. Was da geplant ist, finde ich gar nicht gut.“

„Wir haben mehrmals im Jahr Gäste von auswärts, die mit der Bahn kommen. Ich weiß noch nicht, wie ich die demnächst abholen kann“, sagt Ingo Gehring. Er findet, dass die Umwege nur für eine kurze Zeit akzeptabel seien. Ingeborg Scharlau gibt zu bedenken: „Wenn ältere Leute demnächst nicht mehr direkt an den Bahnhof herangefahren werden können, ist das katastrophal.“

Eine ganz andere Perspektive hat Karl-Heinz Dürrmeier. Er ist im Bayerischen Wald zu Hause und zum ersten Mal mit der Bahn in Wuppertal angekommen. „Anderswo wird auch gebaut — aber das ist doch kein Problem. Eine Baustelle ist die beste Voraussetzung, dass es schicker werden kann.“ Einig hingegen sind sich die Taxifahrer.

Zum Beispiel Kadir Koyuncu: „Wir hatten schon vorher Probleme, weil manche fremde Fahrgäste den Taxihalteplatz nicht finden konnten. Wenn wir hier weg sind — sollen dann alte Menschen den Koffer bis da hinten schleppen?“ Horst Polnick ist Vorstand der Taxi-Zentrale Wuppertal. „Wir bedauern zunächst einmal unsere Fahrgäste. Die neuen Halteplätze werden rund 100 Meter vom Eingang entfernt sein. Je nach Wetter und Gepäck ein weiter Weg.“

Schon jetzt landen Polnick zufolge viele Ortsfremde auf der Suche nach einem Taxi im Tunnel. „Die Ausschilderung wird in der Folge das Allerwichtigste sein“, meint der Vorstand der Taxi-Zentrale. Saeid Fatahi fährt ebenfalls Taxi. Seit der Sperrung des Haupteingangs sei das Geschäft schlechter gegangen: „Das hat man am Umsatz gemerkt.“ Mit Blick auf die Verlegung des Taxihalteplatzes sagt er: „Ich fürchte, dass es nochmals schlechter wird.“

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