Radfahren: So macht Radfahren auch im Winter Spaß

Radfahren : So macht Radfahren auch im Winter Spaß

Christoph Grothe und Kirsten Haberer von der IG Fahrradstadt geben Tipps für die Ausrüstung.

. Das Radfahren erfreut sich auch in der kalten Jahreszeit wachsender Beliebtheit. Kirsten Haberer und Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt geben Tipps, wie man sich am besten auf mögliche Touren im Winter vorbereitet. Eine klassische Fahrradsaison im eigentlichen Sinne gebe es aber gar nicht, sagen die beiden Radbegeisterten. Radeln sei zu jeder Zeit möglich – im Winter eben mit passender Kleidung und ein paar wichtigen Grundelementen bei der Ausrüstung.

„Wer im Frühjahr oder im Sommer mit dem Radfahren beginnt, der entwickelt nach und nach eine Routine, etwa auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder privat zur Bäckerei, zum Supermarkt oder zur Bibliothek”, sagt Christoph Grothe. Und diese Routine sei in den Wintermonaten fortsetzbar. „So steht morgens nicht die Frage im Raum ,Nehme ich das Rad oder nicht?´”, ergänzt Kirsten Haberer. Denn das Thema Radfahren im Winter ist in Wuppertal Programm. „Nicht nur im Zug stehen immer mehr Menschen mit dem Rad im Mehrzweckabteil”, berichtet Haberer. „Auch auf der Nordbahntrasse ist morgens viel los.”

Warme Ausstattung und ein winterfestes Rad sind das A und O

Auf dem Weg zum Zug, ob in Richtung Oberbarmen oder nach Vohwinkel, ist die Nordbahntrasse ein wichtiger Verbindungsweg für Radler. „Von Vorteil hier ist natürlich, dass bei Schnee- und Eiswetter die Wege bereits gestreut sind”, meint Grothe. „Allgemein ist mein Eindruck, dass mehr und mehr Menschen das Rad nutzen. Fahrradfahren ist salonfähig geworden.”

Haberer und Grothe setzen bei der idealen Kleidung für die Touren auf dem Fahrrad auf Alltagskleidung. So reichen eine normale Winterjacke, eine Mütze, ein Schal und Handschuhe aus. „Wichtig ist bei Regen- oder Schneewetter sicher noch eine regenfeste Hose”, meint Haberer. Auch Überzieher für die Schuhe und ein Schlauchschal, der Wangen und Nase schützt, seien sinnvoll. Grundsätzlich sei die übliche Winterbekleidung aber ausreichend. Thermounterwäsche könne aber keinesfalls schaden, um warm zu bleiben.

Die Experten raten zum sogenannten Zwiebellook. Dabei könnte man etwa vor kräftezehrenden Bergauffahrten einzelne Lagen ausziehen. „Sonst wird es schnell sehr warm.“ Und Schwitzen sei eher kontraproduktiv.

In Sachen Sicherheit verweisen die beiden Mitglieder der IG Fahrradstadt auf die gesetzlich vorgeschriebenen Reflektoren an den Rädern. Mit Reflektoren oder reflektierenden Streifen an der Tasche oder Kleidung sollte man es dagegen nicht übertreiben. „In der Regel ist es innerstädtisch ja hell”, sagt Grothe. „Ein wichtiges Utensil sind Schutzbleche. Denn ich habe leider am eigenen Leib erfahren wie es ist, wenn das Wasser auch von unten kommt”, so Grothe. Für die Beleuchtung raten sie: Nabendynamos. Diese müssen nicht extra aufgeladen werden wie akkubetriebene Leuchten. „In den Wintermonaten verbrauchen diese Lampen sehr viel Energie, ähnlich wie Mobiltelefone. Da ist der Akku durch die Kälte schnell leer.”

Um bei Schnee und Regen sicher auf zwei Rädern zu bleiben, empfiehlt Kirsten Haberer die Sattelstütze herunter zu schrauben und Luft aus den Reifen zu lassen. „Umsichtig fahren gehört natürlich auch dazu.” Ein weiterer Aspekt ist eine regelmäßige Reinigung. Denn auch dem Fahrrad setzen Streusalz und nasses Wetter zu. Grothe sagt: „Nachrüste-Sets sind eine tolle Sache” – und tief in den Geldbeutel müsse dafür nicht gegriffen werden. „Oft gibt es in Discountern Aktionen rund ums Rad. Das kostet nicht viel und für den täglichen Bedarf ist das vollkommen ausreichend”, meint Pendlerin Haberer.

Die junge Frau kennt sich aus, denn täglich pendelt sie zum Vohwinkeler Bahnhof, steigt in den Zug nach Düsseldorf und von dort geht es weiter zur Arbeit. „So tue ich gleichzeitig etwas für die Gesundheit, muss nicht noch extra Sport machen und die Strecke über die Nordbahntrasse eignet sich bestens zum entspannten Fahren und um die Seele baumeln zu lassen.” Gerade der Luxus an Flexibilität macht das Radfahren erst zum Vergnügen. „Das ist schon eine ziemlich gute Sache, mit dem Rad unterwegs zu sein”, ziehen die Vertreter der IG Fahrradstadt Bilanz.

Mehr von Westdeutsche Zeitung