So bereiten sich Wuppertaler Kinder auf den Besuch des Nikolaus vor

Nikolaus: So bereiten sich Kinder auf den heiligen Nikolaus vor

Die Meinungen, wie der Heilige aussieht, gehen bei Kitakindern auseinander. Doch alle putzen ihre Stiefel für den Gast.

. Viele Kinder in Wuppertal haben den 6. Dezember kaum abwarten können. Auch die Kinder in den Elberfelder Kitas Köttelsladen und Rasselbande haben sich seit Tagen auf die Ankunft des Nikolaus vorbereitet. Aber wie verläuft dort die Vorbereitung genau?

Mit Liedern, Basteleien und Gedichten zum Beispiel. Schon am Tag zuvor singen die Kinder in der Kita Köttelsladen „Lasst uns froh und munter sein“ oder „Öffne doch dem Nikolaus!“ in der Kita Rasselbande.

Praktisch ist, dass beide Lieder den Kindern nützliche Tipps zur Nikolaus-Vorbereitung geben. Die Sache mit dem Stiefel zum Beispiel. Damit der Nikolaus auch einen Platz hat, um den Kindern etwas zu schenken. Warum der Nikolaus das tun sollte, erfahren die Kinder in der Vorbereitung auch durch die Geschichte des heiligen Bischofs Nikolaus.

Erzieherin Saskia Felek aus der Kita Köttelsladen hat die Geschichte des Bischofs am Tag zuvor noch in kurzer und kindgerechter Form erzählt. „Was hat der Mann denn gemacht?“, wollte Felek dabei aber auch von ihren Schützlingen wissen. „Er hat den Armen geholfen“, wusste ein Kind sofort.

Der Nikolausmantel kann für die Kinder auch grün oder blau sein

Wie der echte Nikolaus aussah, weiß wohl heute niemand mehr. Lieder und Geschichten geben wenige Hinweise.

Für die meisten Kinder aber hat der Nikolaus einen roten Mantel an, trägt dicke Stiefel und einen weißen Rauschebart. Zwar ist die Mantelfarbe des Nikolaus in der Vorstellung der Kinder auch mal grün oder blau, aber im Kern haben die Kinder ein festes Bild von dem Mann. Erzieherin Dawina Peter aus der Kita Köttelsladen malte den Kindern am gestrigen Mittwoch aber auch einen Bischof Nikolaus vor. Nur ein Mädchen wusste: „Das ist der alte Nikolaus!“

Vor allem im süddeutschen Raum erscheint der Heilige Nikolaus bis heute oft in diesem Bischofsgewand mit Stab und Mitra. Wie in der Vorstellung der meisten Kita-Kinder ist dagegen im Norden die Idee vom Nikolaus mit Rauschebart und Mantel vorherrschend.

Und tatsächlich taucht der Mann mit dem Rauschebart, mit seinem roten Mantel und seinen dicken Stiefeln heute in den Morgenkreisen der Kitas auf. Verteilt Mandarinen und Schokolade sowie kleine Geschenke und liest aus seinem goldenen Buch vor.

In der Kita Rasselbande hat der Nikolaus dabei auch eine Rute im Gepäck. Die er nach Auskunft von Stefanie Fischer aber mit den Worten „Die braucht ihr ja nicht!“ gleich wieder weg steckt. Bleibt trotzdem noch das goldene Buch. „Und da steht tatsächlich drin, was die Kinder gemacht haben, was nicht in Ordnung war“, sagte Fischer. Jedes Kind bekomme dies vom Nikolaus auch gesagt. „Und in den Tagen danach verhalten sich die Kinder auch besser“, sagte Fischer.

Angst haben die Kinder nach Aussage von Erzieherin Fischer aus der Kita Rasselbande vor dem Nikolaus aber nicht. Auch in den Tagen vorher, wenn die Aufregung steigt, nicht. Diese Beobachtung deckt sich mit der von Dawina Peter aus der Kita Köttelsladen: „Es ist eher eine Art Respekt“, sagte sie.

Für muslimische Kinder und deren Eltern ist der Nikolaus-Tag übrigens den Aussagen der Erzieherinnen zufolge kein Problem. „Alle Kinder feiern hier mit“, sagte Erzieherin Felek von der Kita Köttelsladen. „Wir haben ja sehr viele Nationalitäten im Kindergarten und wir feiern auch viele unterschiedliche Feste daher“, sagte sie. Das muslimische Zuckerfest zum Beispiel. „Auch, um zwischen den Kulturen zu vermitteln“, erklärte sie.

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