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Haus Eisenbach: Sie hält den Laden zusammen

Haus Eisenbach : Sie hält den Laden zusammen

Auch mit 80 Jahren arbeitet Marion Eisenbach gerne.

Uellendahl. Marion Eisenbach ist ebenso bescheiden wie zierlich. Und sie ist sehr zierlich. Auch an ihrem Geburtstag arbeitet sie in der Küche des Traditionslokals Haus Eisenbach. „Geburtstag habe ich noch nie gefeiert“, sagt sie lapidar. Auch ihren 80. am vergangenen Mittwoch nicht.

Stattdessen steht sie wie jeden morgen um 9.30 Uhr in der Küche. „Aber nur ein paar Stunden — bis die ganzen Vorarbeiten erledigt sind.“ Seit 1961, seit sie ihren Klaus ge- und damit auch irgendwie in den Familienbetrieb eingeheiratet hat, hält sie den Betrieb zusammen. „Arbeiten macht mir Spaß“, sagt sie, und wenn man sie fragt, warum sie nicht bei dem schönen Wetter den Tag lieber auf der Terrasse genießt, wie so manch andere in ihrem Alter, dann antwortet sie fast verschämt: „Das möchte ich nicht — so alt fühle ich mich noch nicht.“ Zu wenig Energie hat die Seniorin allen Anschein nach also nicht.

In über 50 Jahren Gastronomie hat sich viel geändert. Die für die Köchin vielleicht einschneidendste Veränderung hat auf der Speisekarte stattgefunden: „Früher haben wir ganz anders gekocht: Bratwurst oder Kotelett mit Kartoffelsalat. Heute ist alles feiner, die Leute wollen lieber Rumpsteak oder Filet.“ Kriegen sie natürlich auch. Marion Eisenbach verliert nicht gerne viele Worte über sich selbst. Viel sagt aber ihre Antwort auf die Frage aus, was sie am liebsten kocht. „Kalbshaxe — weil die mein Klaus am liebsten isst.“