Schlusspunkt fürs Drei-Kaiser-Denkmal

Schlusspunkt fürs Drei-Kaiser-Denkmal

Nachdem 2014 die offizielle Feier ausgefallen war, enthüllte OB Mucke nun eine Stele.

Hardt. Offiziell ist am Samstag zwar nur eine Stele mit historischen Informationen zum Drei-Kaiser-Denkmal auf der Hardt enthüllt worden — doch für Albrecht Fischer von Mollard wurde mit der Enthüllung der verspätete Schlusspunkt unter die Restaurierung des Denkmals gesetzt, das mit Geldern des russischen Staatskonzernes Gazprom wiederaufgebaut wurde.

Nachdem es 2014 wegen der damaligen Krise zwischen Russland und der Ukraine keine offizielle Einweihung des restaurierten Denkmals auf der Hardt gegeben hatte, wurde nun drei Jahre später das gesamte Ensemble in einer Feier der Stadt übergeben. Heute sei ein „Tag des Dankes“ für die Restaurierung des Denkmals und der dazugehörenden Informationsstele, sagte Fischer von Mollard, der Mitglied der sogenannten Unterzeichnergruppe ist, die die Restaurierung unterstützt hat.

Etwa 30 Gäste fanden sich am Mittag zu der Einweihung ein: unter ihnen auch der stellvertretende russische Generalkonsul Valery Sidorov, der aus Bonn angereist war. Vertreter des deutsch-russischen Kulturzentrums „Applaus“ fehlten bei der Veranstaltung allerdings, obwohl sie eingeladen waren. Sie hatten die Restaurierung des Denkmals unterstützt und die Mittel von Gazprom akquiriert.

Offenbar ist „Applaus“ aber verstimmt, weil die ursprünglich geplante Feier zur Eröffnung des Denkmals am 9. November 2014 wegen der Eintrübungen im deutsch-russischen Verhältnis verschoben worden war. Damals hatte die Absage der Feier für hohe Wellen gesorgt — so hatte sich der russische Botschafter bei der NRW-Landesregierung über das Verhalten der Stadtverwaltung beschwert.

Fischer von Mollard verwies in seiner Rede darauf, dass die Restaurierung des Denkmals, das an die Befreiung des damaligen Großherzogtums Berg von der französischen Herrschaft im Jahre 1813 erinnert, vor allem durch das Engagement der Bürger zustande kam. Die Stadt habe das Vorhaben finanziell „überhaupt nicht“ und ideell „nur zögerlich“ unterstützt. Umso wichtiger sei die Unterstützung aus der Bürgerschaft gewesen, betonte er. Im November 2000 wurde durch eine Spende der Stiftung Mittelsten Scheid ein Teil des Denkmals — die Säule für den preußischen König — mit Hilfe wiedergefundener Steinfragmente wiedergestellt.

Durch das Engagement der Unterzeichnergruppe und „Applaus“ sowie eine finanziellen Unterstützung durch Gazprom in Höhe von rund 70 000 Euro konnte dann das gesamte Denkmal bis 2014 restauriert werden. Die am Samstag enthüllte Stele stiftete die Stadtsparkasse Wuppertal: Die Kosten liegen bei 4100 Euro.

Oberbürgermeister Andreas Mucke betonte, dass es sich bei dem Drei-Kaiser-Denkmal um „eines der ältesten Denkmäler der Stadt“ handle. Die Restaurierung des Denkmals zeige, dass es in Wuppertal viele Menschen gebe, die anpackten und sich mit „Herzblut“ einer Sache verschrieben. Das sei gerade mit Blick auf die klammen Kassen der Stadt eine wichtige Charaktereigenschaft.

Die Historie zu dem Denkmal reicht in die Zeit Napoleons zurück. Im Anschluss an die Befreiungskriege gegen Frankreich hatten Elberfelder Bürger am 9. November 1814 zunächst eine „Freiheitseiche“ auf dem Neumarkt gepflanzt, drei Jahre später folgte das Drei-Kaiser-Denkmal. Auf drei Säulen werden die Namen der damaligen Herrscher der in den Befreiungskriegen kämpfenden Nationen genannt: der russische Zar, der Kaiser von Österreich und der preußische König. Die vierte Säule nennt den Anlass zur Errichtung des Denkmals. Wegen der Umgestaltung des Neumarktes musste das Denkmal 1894 auf die Hardt umziehen. Den Zweiten Weltkrieg überstand es weitgehend unversehrt, allerdings wurden Teile der Eiche nach dem Krieg von der Bevölkerung zum Heizen genutzt.

In den 1950er Jahren wurde das Denkmal abgebaut, weil ein Spielplatz erweitert werden sollte. Fischer von Mollard hatte bei der Feier allerdings auch noch einen Wunsch an die Stadtspitze. Mucke möge bitte dafür sorgen, dass die Bronzetafel, die historische Daten aufführt, entfernt wird. Es sei nämlich historisch falsch, dass das Denkmal 1943 „stark zerstört“ wurde.

Mehr von Westdeutsche Zeitung