Wuppertaler Einzelhandel: Schluss mit Feuerwerk: Konfetti schließt

Wuppertaler Einzelhandel : Schluss mit Feuerwerk: Konfetti schließt

Der Standort an der Morianstraße lockte in letzter Zeit nicht mehr genügend Kunden an.

Wer bisher die eigenen Mottopartys mit Artikeln von Konfetti ausgestattet hat, muss sich ab spätestens März nach einem anderen Geschäft umsehen, denn der Papierwaren- und Geschenkartikelhändler hat Mitte August Insolvenz angemeldet. Seit Juli 2015 verkauft Inhaber Monty Franke eine breite Produktpalette an Waren – von Feuerwerk über Schul- und Bürobedarf bis hin zu Partyartikeln. Doch jetzt hat der schwindende Einzelhandel auch ihn erwischt, bis Ende März kann an der Morianstraße noch eingekauft werden, danach ist Schluss.

Sehr zum Bedauern des Geschäftsführers Monty Franke, der den Laden 2009 von den Gründern übernahm. Damals noch an drei Standorten gelegen, einer an der Klotzbahn und zwei weitere in den City-Arkaden, wurden diese 2015 aus logistischen Gründen an der Morianstraße zusammengelegt. Mag man auch über die „Fußläufigkeit“ des stattdessen gewählten heutigen Standortes durchaus geteilter Auffassung sein. Trotz der Nähe zu den City-Arkaden liefen die Kundenströme eher durch belebtere Straßen wie zum Beispiel direkt in der Innenstadt, erklärt Insolvenzverwalter Stefan Ries. „Es gibt halt bestimmte Laufwege der Kunden und der Umweg zu Konfetti ist da für viele zu lang.“ Ein weiterer Grund für die rückläufigen Umsätze seien die klassischen Probleme des Einzelhandels, wie die Konkurrenz zu Amazon und anderen Anbietern des Online-Handels.

Viel Engagement für Wuppertal

Monty Franke nennt auch den „Ökoterrorismus“ als einen Auslöser, vor allem zum Jahreswechsel 2019/2020. Feuerwerkskörper seien aus Umweltschutzgründen nicht mehr so beliebt wie sonst, das Geschäft sei sogar schon bei Facebook angegangen worden, weil Knallkörper und Raketen verkauft werden.

Der Geschenkartikelladen hat sich in der Vergangenheit sehr für Wuppertal eingesetzt und soziale Projekte gefördert. So zum Beispiel Kindertal oder die Gemeinschaftsgrundschule Haselrain in Oberbarmen, für die Schulbedarf gespendet und Gutscheine an die Lehrer ausgegeben wurden. Auch beim Karnevalszug waren sie jedes Jahr dabei. Da liegt es nahe, dass einige Kunden der Meinung sind, ohne Konfetti würde Wuppertal etwas fehlen.

Viel Kraft und Zeit haben der 39-Jährige und seine Mitarbeiter investiert, einige von ihnen sind schon seit 15 Jahren Teil des Teams. Aber als Team wolle man auch in Zukunft zusammenbleiben, betont Franke. Man wisse noch nicht, wie genau es weitergehen soll, aber ein Neustart, bestenfalls in derselben Branche und in der Heimat Wuppertal, sei geplant.

Als Verlust für den Einzelhandel bezeichnet auch Matthias Zenker von der Elberfelder Händlergemeinschaft IG 1 das Aus für Konfetti. „Das ist wirklich schade. Ich habe da selbst eingekauft, weil es solche Geschäfte und solch ein Angebot nur noch selten gibt.“ Möglicherweise sei der Standort nicht ganz einfach gewesen. „Auf jeden Fall gehen der Mix und Vielfalt so verloren.“