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Schimmelbefall: Sorge um die Orgel in der Sonnborner Hauptkirche

Dringende Sanierung : Schimmelbefall: Sorge um die Orgel in der Sonnborner Hauptkirche

Das historische Instrument in der Sonnborner Hauptkirche benötigt eine dringende Sanierung – zuvor muss die Heizung erneuert werden.

Sie gehört zu den größten Instrumenten ihrer Art im gesamten Stadtgebiet. Die Orgel in der Sonnborner Hauptkirche bietet mit 32 bespielbaren Registern einen imposanten Anblick. Außerdem hat sie mit einer fast 100-jährigen Geschichte eine wichtige historische Bedeutung.  

Aktuell ist die Evangelische Gemeinde im Stadtteil aber in Sorge um die traditionsreiche Orgel. Schon länger leidet ihr Klang unter Schimmelbefall. Eine Sanierung ist dringend notwendig, um weitere Schäden zu verhindern. Dafür sammelt die Gemeinde Spenden und hat auch bereits Fördergelder beantragt. Die Finanzierung ist aufwendig, denn vorher muss die Heizungsanlage in der Kirche erneuert werden.

Feuchtigkeit drang durch
den unbeheizten Nebenraum

„Sonst macht die Orgel-Sanierung keinen Sinn“, erläutert der Sonnborner Presbyteriumsvorsitzende Frank Römpke. Auslöser des Schimmelbefalls sei das regenreiche Jahr 2017 gewesen. Dadurch habe sich Feuchtigkeit an der Orgelwand gebildet. Der Nebenraum dahinter sei bisher ungeheizt. Die alte Heizung in der Kirche selbst könne nicht ausreichend gegensteuern. „Die Temperaturschwankungen sind zu groß, wodurch es immer wieder zu Schimmel kommen würde“, so Römpke.

Eine moderne Gasheizung soll das Problem lösen und künftig auch die Temperatur im Nebenraum regeln. Anschließend würde eine Spezialfirma mit der Schimmelbeseitigung an der Orgel beginnen. Die Gesamtkosten betragen rund 230 000 Euro. „Durch verschiedene Maßnahmen konnten wir schon etwas über ein Viertel der Summe an Spenden aufbringen“, berichtet Frank Römpke. Mit Hilfe von Fördergeldern von Bund und Land sollen die Maßnahmen möglichst noch in diesem Jahr beginnen.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass es klappt“, sagt Kirchenmusikerin Hanna Krieger. Sie hat bereits mehrere Benefizkonzerte für die Orgel organisiert. „Sobald die Pandemie-Maßnahmen es zulassen, werden wir weitere Veranstaltungen dieser Art durchführen“, erläutert sie. Bei der letzten größeren Maßnahme an der Orgel vor 15 Jahren hätten aus finanziellen Gründen nicht alle notwendigen Teile ausgetauscht werden können. „Das sorgt für Materialermüdung“, erklärt die Expertin. Zusammen mit dem Schimmelbefall führe die Entwicklung zu Ausfällen von einzelnen Tönen, Problemen im Pedal und störenden Geräuschen. Grundsätzlich sei das Kircheninstrument aber noch spielbar, wie Frank Römpke versichert.

Stilistisch zählt die Orgel laut der Gemeinde zur Spätromantik. „Sie wurde 1928 von Orgelbauer Paul Faust erbaut“, erzählt Presbyterin Anja Santer. Sie hat sich ausführlich mit der Geschichte des Instruments beschäftigt. „Das breite Orgel-Gehäuse trägt Züge des Jugendstils, wogegen das Rückpositiv im neubarocken Stil gestaltet ist“, erläutert Santer. Das Instrument sei mehrfach umgebaut worden. „2006 erfolgte die letzte große Renovierung. In diesem Zusammenhang wurde eine Neu-Intonation im Stile Pauls Faust durchgeführt“, sagt die Presbyterin.

Dass nach dem ersten Schimmelbefund von 2018 einige Zeit vergangen ist, erklärt die Gemeinde mit den administrativen Vorgaben. „Wir mussten erst ein umfangreiches Orgel-Gutachten erarbeiten lassen und dann einen entsprechenden Maßnahmenkatalog erarbeiten“, sagt Frank Römpke. Auch die Prüfung der Finanzierungsmöglichkeiten habe gedauert.

Der Bürgerverein Sonnborn-Zoo-Varresbeck begrüßt die anstehende Sanierung ausdrücklich und hat dazu selbst 1000 Euro gespendet. „Wir sind stolz auf die Orgel und möchten allen danken, die sich für den Erhalt dieses wunderschönen Instruments einsetzen“, betont Vorsitzender Udo Hindrichs. Die Gemeinde freut sich weiterhin über Spenden für die Orgel-Sanierung und die Heizungserneuerung. Mehr Infos unter

www.sonnborn.de