Sanierungsarbeiten an der Friedhofskirche

Sanierungsarbeiten an der Friedhofskirche

Die Kirche an der Hochstraße soll wieder wetterfest werden. Dafür bringt die Gemeinde 250.000 Euro auf.

Elberfeld. Die Friedhofskirche an der Hochstraße ist zurzeit nicht in ihrer vollen Pracht zu bewundern: Ein Baugerüst versperrt die Sicht. Grund sind Sanierungsarbeiten an dem gen Westen gerichteten schrägen Mauerwerk, das in mehreren Schritten abgedichtet werden muss. Der Prozess wird noch einige Monate dauern. Grund für die Arbeiten: Vor zwei Jahren hatte es durch das Gemäuer in die Kirche getropft.

Warum die Gegenmaßnahmen an dem aus Ziegeln bestehenden und mit Naturstein sowie Grauwacke verblendeten Kernmauerwerk erst im Juni dieses Jahres begonnen haben, erklärt Baukirchmeister Rüdiger Raschke: „Wir mussten vorher viele Gespräche führen, mit dem städtischen und dem kirchlichen Denkmalamt, mit Gutachtern, Geologen, Architekten, Dachdeckern.“

Das 1898 im Auftrag von Elberfelder Privatleuten errichtete Bauwerk — mit tausend Sitzplätzen die größte evangelische Kirche im Rheinland — steht seit 1991 unter Denkmalschutz. In Inneren beherbergt die Kirche eine Sauer-Orgel, an zwei Seiten trägt es noch die originalen Buntglasfenster.

Die Schätze in und an der Kirche mussten vor Baustaub und anderen Auswirkungen der Sanierung geschützt werden. Derzeit sind die Mauerfugen geöffnet und die Natursteine mit Holzkeilen und Stahlankern gesichert, damit die Hohlräume zwischen Kernmauer und Verblendung trocknen können.

Bis zum Frühjahr bleibt die Konstruktion bestehen, abgedeckt mit einer Plane, die die notwendige Luftzirkulation zwischen den Materialien zulässt.

Nach dem Fassadenteil wird der Dachstuhl über dem Seitenschiff instand gesetzt und neu verschiefert. Auf rund 250 000 Euro beziffert der Baukirchmeister derzeit die Sanierungskosten, die teils aus dem laufenden Haushalt, teils aus Rücklagen getragen werden: „Die Summe ist nur eine Schätzung. Es kann noch Überraschungen geben.“ Denn für die Friedhofskirche gibt es keine Baupläne, wie Raschke sagt. Unter anderem habe es Kernbohrungen gegeben, um die Architektur zu erfassen.

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