Radeln in der Elberfelder Innenstadt hat sich bewährt

Radeln in der Elberfelder Innenstadt hat sich bewährt

Positive Zwischenbilanz für die Öffnung der Fußgängerzone in Elberfeld. Bald soll es neue Fahrradständer geben.

Elberfeld. Es gab einen leichten Aufschrei, als die Stadt die Fußgängerzone Elberfeld für Radfahrer geöffnet hat. Manch ein Leserbriefschreiber befürchtete schon rasende Radler, die den Schaufensterbummler über den Haufen fuhren. Die Grundidee dahinter: Durch die Döppersberg-Sperrung sollten den Fahrradfahrern unnötige Umwege erspart werden. Das ist ein halbes Jahr her. Und Rainer Widmann, Verkehrsplaner der Stadt, ist zufrieden: „Die Öffnung war erfolgreich, das funktioniert gut“, sagt er.

Foto: Stefan Fries

Die gefahrlose und gute Nutzung ist für Widmann ein Erfolg aller Wuppertaler. „Das funktioniert nur dank der gegenseitigen Rücksichtnahme“, lobt er seine Mitmenschen. Wer nicht ständig auf die eigene Vorfahrt poche, komme gut durch die Stadt. Nach den Leserbriefen habe die Stadt aber noch mit weiteren Hinweisschilder die genauen Wege erklärt. „Uns ist wichtig, dass die Radfahrer nur Querverbindungen, also Süd-West und Nord-Ost nutzen. Das Fahren in der Poststraße ist nicht erlaubt“, sagt der Verkehrsplaner.

Wuppertal hat damit den nächsten Pedaltritt zu einer Fahrradstadt gemacht. Das findet auch Widmann: „Wir haben beobachtet, dass auch die Fahrradständer in der Stadt viel mehr genutzt werden, ein Zeichen dafür, dass die Öffnung die richtige Lösung war.“ Die Elberfelder Innenstadt ist noch bis Ende der Baustelle Döppersberg, also bis mindestens 2017, für Fahrräder frei. Wie es danach weitergeht, dazu gibt es noch keine offizielle Entscheidung. „Aber mir schwebt vor, dass das kein Einzelfall bleibt“, sagt Widmann. Vielleicht könnten noch weitere Fußgängerzonen geöffnet werden. Entschieden sei noch nichts, aber der ADFC und auch Teile der Politik seien auf seiner Linie.

Um das Fahrradfahren angenehmer zu machen, sollen nun rund um das Luisenviertel vier weitere Fahrradständer aufgestellt werden. Das hat die Bezirksvertretung Elberfeld nun beschlossen und die Stadt zudem beauftragt, noch mehr Standorte zu finden, etwa am Deweerth’schen Garten.

Für das Finden neuer Standorte ist Norina Peinelt aus der Verkehrsplanung verantwortlich. In Absprache mit den Ordnungsbehörden fand sie drei geeignete Standorte an der Friedrich-Ebert-Straße, Ecke Untergrünewalder Straße, die wohl genutzt werden können. Noch nicht fest steht, ob ein weiterer Bügel an der Luisenstraße in Höhe des Kunstgartens angebracht werden kann.

Aufgestellt werden noch die „alten Ständer“, die einem umgedrehten „U“ ähneln. „Sie sind nicht voll vor Vandalismus sicher“, sagt Peinelt. Die festgemachten Räder könnten über den Ständer geworfen werden. Die neuen Modelle haben dagegen Ösen, um das Fahrrad standsicher zu verschließen.

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