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Wuppertal: Qualitätsoffensive Elberfeld: Gute Vorschläge — aber zu wenige

Wuppertal : Qualitätsoffensive Elberfeld: Gute Vorschläge — aber zu wenige

Der Online-Dialog zur Qualitätsoffensive Elberfeld läuft noch bis Montag — die Stadt ist unzufrieden mit der Resonanz.

Elberfeld. Die Stadt hat zur „Qualitätsoffensive Elberfeld“ die Bürger zu einem Online-Dialog eingeladen. Wer wollte, konnte im Internet Vorschläge abgeben, was seiner Meinung nach in der City zu verbessern ist, andere Ideen bewerten — kurzum, sich einbringen. Doch nur wenige wollten. „Die Qualität der Vorschläge ist sehr gut — die Zahl leider nicht“, sagt Mathis Valtin Günther, Projektleiter beim Ressort Stadtentwicklung und Städtebau.

Noch bis Montag können Bürger mitmachen (siehe Infokasten). Bis Freitagmittag waren 81 Kommentare eingegangen. „Wir hatten schon mit deutlich über 100 gerechnet“, räumt Günther ein. Schließlich war der Online-Dialog seit dem 19. September eröffnet. Woran liegt die schwache Resonanz? Es sei ja der erste Dialog dieser Art gewesen, sagt der Projektleiter. Bei einer weiteren Auflage, die für 2018 angedacht ist, wolle er das Projekt vielleicht noch breiter streuen, um mehr Leute zu erreichen. Wobei Kanäle wie soziale Netzwerke dieses Mal bereits dabei waren. Auffallend: Ausgerechnet beim Themenbereich „Junges Elberfeld“ — einer von sechs — wo die Verantwortlichen am ehesten die online-affinen Bürger vermutet hatten, gab es die wenigstens Kommentare, gerade einmal vier.

„Vielleicht heißt das ja auch, dass die Leute insgesamt sehr zufrieden sind“, sagt Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) leicht sarkastisch, der sich insgesamt auch mehr erhofft hatte. „Das ist schon ein bisschen ernüchternd.“ Er betont aber, dass die Qualität ja auch ein wichtiger Punkt sei. Und die stimmte absolut, bekräftigt Günther. Es habe die Sorge gegeben, dass dadurch, dass anonyme Kommentare möglich gewesen seien, einige Nutzer das Portal zum Pöbeln gegen die Stadt nutzen würden. Doch das war nicht der Fall. „Wir mussten nicht einen Kommentar löschen.“

Was wünschen sich die Elberfelder denn? Viele, sagt Günther, hätten sich vor allem Gedanken gemacht, wie sich der öffentliche Raum attraktiver gestaltet lässt. „Neumarkt und der Platz am Kolk kamen zum Beispiel immer wieder zur Sprache“, sagt der Projektleiter. Viele wünschen sich ein Image für die Innenstadt.

Ein weiteres wichtiges Thema: Der Radverkehr. „Da kann man noch mehr rausholen“, fasst Günther die Meinung der Kommentatoren zusammen.

Ganz konkrete Vorschläge gab es natürlich auch. „Oldie“ wünscht sich ein Seniorenkaufhaus — angepasst an die Kaufgewohnheiten der Ü50-Generation. Und ein anderer Nutzer würde sich über mehr Veranstaltungen freuen, gerade im Kulturbereich. Motto: klein, aber fein. Ein „Speakers Corner“ etwa oder sonntägliche Stand-up Comedy.

Die Bürger kritisierten unter anderem die schlechte Umleitungsausschilderung während der B 7-Sperrung. Ein Problem gerade bei auswärtigen Besuchern, die sich die Stadt ja wünscht. „Fahren die einmal falsch, dann kommen die nie wieder“, lautet ein Kommentar.

Auch wenn die Zahl der Vorschläge überschaubar sei, „sind wir nicht unzufrieden“, sagt Günther. Zusätzlich habe es ja auch noch Basisstationen gegeben, wo Bürger ihre Ideen einbringen konnten. Alles soll einfließen in die Arbeit der Themenwerkstätten, die sich ab Ende Oktober regelmäßig treffen (siehe Kasten). Denn eine Ausrede wollen weder Stadt noch Politik gelten lassen: Dass Bürger sich nicht beteiligen, „weil sie ja eh nicht wahrgenommen werden“. Immer wieder würden Leute sagen, „erst mal abwarten, bis der Döppersberg fertig, die Situation am Wall eine andere ist“, erklärt Vitenius. Das könne ja nicht die Lösung sein. Auch wenn die Qualitätsoffensive noch fünf Jahre laufe, „soll man sich ruhig schon jetzt beteiligen.“