Mobilitätswende : Quartiermanagerin soll Ölberg bei Klimaschutz unterstützen

Bund gibt 200 000 Euro für Projekt „Kurze Wege“ in der Elberfelder Nordstadt.

Was kann vor Ort getan werden, dass Menschen ihren Alltag klimaschonend bewältigen können - mobil sein können mit möglichst wenig Emissionen? Das soll das Projekt „Kurze Wege für den Klimaschutz“ herausfinden, das jetzt in der Nordstadt beginnt: Eine Quartiermanagerin soll Ideen aus der Bevölkerung bündeln und gemeinsam mit den Bewohnern des Stadtteils umsetzen.

Finanziert wird das zweijährige Projekt zu 90 Prozent vom Bundesumweltministerium, das 201 158 Euro aus der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ zur Verfügung stellt. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 22 351 Euro. Oberbürgermeister Andreas Mucke verwies auf die geplante Bürgerbeteiligung: „Die Stadt hat den Anspruch, die Bewohner des Viertels in die Gestaltung ihres Wohnumfelds einzubeziehen und kurze Wege im Sinne des Klimaschutzes und der Aufenthaltsqualität vor Ort zu schaffen.“ Die Vielfalt im Quartier sei zugleich Herausforderung und Chance, aus diesem Grund gehe das Projekt mit dem Titel „Mit Vielfalt gemeinsam - bewusst mobil in der Elberfelder Nordstadt“ an den Start.

Man habe sich bewusst die Nordstadt ausgesucht. Denn sie sei eng bebaut, es gebe seit Jahren Parkplatznot und enge Straßen. Im Rahmen des Projekts sollen Maßnahmen ausprobiert werden, um sie später auch in anderen Vierteln anzuwenden. „Praktische Beispiel mit Vorbildcharakter“ sollen entwickelt werden. Andrea Stamm von der Koordinierungsstelle Klimaschutz sagte: „Wir hoffen, dass wir in zwei Jahren konkrete Ergebnisse vorstellen können.“

Das Projekt bezieht sich
auf vier Handlugsfelder

Vier Handlungsfelder sind vorgesehen: Es soll um das Thema Nahversorgung gehen, so könnte zum Beispiel der Wochenmarkt gestärkt werden, möglicherweise durch eine Marktschwärmerei - einen Online-Bestellservice bei Produzenten, bei dem die Lebensmittel zum Beispiel zum Wochenmarkt oder in ein Ladenlokal geliefert werden.

Zweites Handlungsfeld ist die Bildung zum Thema Klima, zum Beispiel an der St.-Anna-Schule - auch um das Hol- und Bringverhalten zu reflektieren. Als drittes soll das Carsharing-Angebot ausgeweitet werden, vierter Bereich ist die Versorgung mit Pedelecs und Lastenrädern. Dafür sollen auch sechs Pedelecs und sechs Lastenfahrräder angeschafft werden, die dann für einen Verleih zur Verfügung stehen.

Die Ideen im Quartier koordinieren soll die Mobilitätsmanagerin Sophie Clees, die ihren Dienst zum 1. November angetreten hat. Sie hat einen Bachelor in Soziologie, das Thema Bürgerbeteiligung im Masterstudium „Planung und Partizipation“ vertieft und hat bereits praktische Erfahrungen im Quartiersmanagement und in der Bürgerbeteiligung. Sie will zunächst die Akteure in der Nordstadt und ihre Ideen kennenlernen. Daher bestimmen zunächst Gesprächstermine ihren Arbeitsalltag. Im Frühjahr soll dann eine große Auftaktveranstaltung stattfinden, bei der Vorschläge zusammengetragen und Möglichkeiten zur Umsetzung gesucht werden.

Thomas Weyland von der Initiative „Mobiler Ölberg“ ist gespannt auf die zusätzliche Unterstützung durch das Projekt. Viele Ideen würden ja schon lange im Stadtteil diskutiert – einige davon seien auch in das Konzept des Projekts eingeflossen: „Wenn jetzt jemand kommt, der das unterstützt, ist das gut.“