Praktisch oder riskant? Was Wuppertaler vom neuen Wall halten

Praktisch oder riskant? Was Wuppertaler vom neuen Wall halten

Am WZ-Mobil scheiden sich die Geister, was den Busverkehr in zwei Richtungen betrifft.

Elberfeld. Ganz gleich, ob die B 7 im nächsten Jahr gesperrt wird oder als Hauptverkehrsstraße weiterhin durch die Großbaustelle am Döppersberg führt: Der Wall wird 2014 zur Umleitungsstrecke für Busse und dann nach dem Fahrplanwechsel zur Jahresmitte in zwei Richtungen befahren. Die Stadt hat die Straße durch die Elberfelder Innenstadt im Rekordtempo umbauen lassen und bis auf Restarbeiten alles erledigt. Eine Frage aber bleibt: Wie die Wuppertaler den neuen Wall sehen, und ob sie sich vorstellen können, dass die Busse dort auf Dauer in zwei Richtungen unterwegs sind.

„Warum eigentlich nicht?“, fragt Klaus Riesenberg am WZ-Mobil. Der 72-Jährige kann sich sehr gut vorstellen, dass diese Lösung auch nach dem Umbau am Döppersberg Bestand hat und mehr Kunden per Bus direkt in die Innenstadt bringt. „Das wird doch ohnehin einige Jahre dauern und zeigen, wie das klappt.“ Immerhin: „Wuppertal ist doch eine tolle Stadt.“

Peter Weidl dagegen ist skeptisch: „Was wird denn dann hier los sein?“, fragt der 60-Jährige mit Blick auf den Zweirichtungsverkehr mitten durch die City. „Man sieht doch, dass es schon jetzt Probleme hier gibt.“

Klaus Reitmeister geht es um das Stadtbild. „Die Bäume fehlen“, sagt der 75-jährige Wuppertaler mit Blick auf den nun baumfreien Wall. In jedem Fall müsse wieder Stadtgrün her — „und wenn in schicken Pflanzenkübeln.“

Die noch fehlenden Markierungen und Schilder auf der Straße sorgen am WZ-Bus immer wieder für Warnungen: „Man muss als Fußgänger hier schon sehr aufpassen“, sagt ein Passant.

„Tja, das wird interessant“, meint Sina Suhr. Sie steht einer Befahrung des Walls in beide Richtungen offen gegenüber. „Erst einmal muss man abwarten, wie sich das einspielt. Aber wenn es gut funktioniert, könnte man das ruhig so beibehalten. Vielleicht kommen dann die Busse pünktlicher“, hofft die junge Frau.

Abwarten muss man, findet auch Sigrun Pistor. Sie ist allerdings kritischer: „Für die Fußgänger ist das sehr gefährlich.“ Mit dieser Sorge ist sie nicht allein. „Ich finde es nicht gut, dass die Fußgängerzone durch eine so hoch frequentierte Straße unterbrochen wird“, sagt Kerstin Flege. Das sei teilweise bereits zur Zeit ein Problem, findet Walter Kremin. „Hier sollte weniger Verkehr sein statt mehr. Irgendwann passiert mal etwas. Gerade ältere Leute kommen gar nicht schnell genug über die Straße.“

Tatsächlich sind vor allem die älteren Wuppertaler verunsichert, die Jüngeren kümmert es weniger, wo der Bus lang fährt. „Hauptsache ich komme in die Stadt“, sagt Lisa Rosenkranz.

Gemischte Meinungen also zur Zukunft des Walls. Dass der als Provisorium herhalten muss, sehen die meisten Leute ein. „Es geht eben nicht anders, es musste ja eine Lösung für die Bauzeit am Döppersberg her“, sagt Sigrun Pistor.

Viele Fahrgäste sind froh, dass die Umbauphase vorbei ist. „Das war ja immer ein Chaos mit den verlegten Haltestellen“, sagt Kerstin Flehe. Immerhin: Der Wall ist früher fertig geworden als geplant — ein gutes Omen? „Vielleicht ist das ein Zeichen für den Döppersberg“, sagt Ralph Hagemeyer „wäre doch schön, wenn der auch ein bisschen schneller fertig wäre.“

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