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Feuerteufel: Polizei sucht nächtlichen Brandstifter

Feuerteufel : Polizei sucht nächtlichen Brandstifter

Seit September hat es mehrere Pkw-Brände in der Wittensteinstraße gegeben. Hinweise auf den Täter sind bislang recht dürftig.

Unterbarmen. Wenn es Nacht wird in der Wittensteinstraße, dann kann so mancher Pkw-Besitzer Angst um seinen fahrenden Untersatz bekommen. Seit September vergangenen Jahres haben in der Straße acht Fahrzeuge gebrannt, angesteckt wurden sie von einem oder mehreren unbekannten Tätern. Auffällig ist, dass sich die Vorfälle jeweils im September und um den Jahreswechsel massierten und jetzt Anfang April eine weitere Brandstiftung dazu kam.

Die Vorfälle ereignen sich in der Regel zwischen 23 und 1 Uhr erklärt Polizeisprecherin Anja Meis. Die Tatorte liegen im Bereich der Hausnummer 200. Vor allem der Bereich Wittensteinstraße, Ecke Erichstraße, ist betroffen: Dort brannte bereits zweimal ein Fahrzeug. Zuletzt in der Nacht zum 1. April. Durch das Feuer wurde ein Van zerstört, zudem musste wegen der Flammen ein Wohnhaus evakuiert werden. Menschen wurden bei den Vorfällen bislang nicht verletzt. Allerdings entstand erheblicher Sachschaden.

Von einer Brandserie in der Wittensteinstraße will die Polizei derzeit trotz der Vorfälle aber nicht sprechen. Es sei noch unklar, ob es in allen Fällen derselbe Täter gewesen war oder einige Straftaten möglicherweise von Trittbrettfahrern verübt wurden, sagt Meis. Man verfolge mehrere Spuren, könne aus „ermittlungstaktischen Gründen momentan aber keine näheren Angaben“ machen. Auch wie die Fahrzeuge angezündet werden, gibt die Polizei nicht bekannt.

Überdies prüft die Polizei, ob der Brand in einer 500 Quadratmeter großen Lagerhalle einer benachbarten Firma auf das Konto des Täters geht. Durch das Feuer war in der Nacht zum 23. September ein Sachschaden von rund 60.000 Euro entstanden. In dem Zusammenhang hatte die Polizei auch einen Zeugenaufruf gestartet. Die Resonanz darauf sei allerdings eher „gering“ gewesen, räumt Meis ein.

Und auch wenn es Zeugenhinweise gibt, sind die nicht allzu erhellend. So hatte bei der Brandstiftung vom 1. April ein Anwohner einen Knall gehört und eine „dunkle Gestalt“ mit Kapuzenpulli wegrennen sehen. Die Person war etwa 1,80 Meter groß. Solche sehr unspezifischen Angaben machten die Ermittlungen natürlich recht schwierig, bedauert Meis. Die Polizei zeigt verstärkt Präsenz in dem nahe dem Polizeipräsidium gelegenen Bereich, zudem werden verschiedene verdeckte Maßnahmen gefahren.

Die Anwohner an der Wittensteinstraße müssen derweil mit der Unsicherheit leben, dass ihr Fahrzeug angezündet werden könnte. Herbert Füssgen kennt dieses Gefühl schon, sein Pkw ist bereits ein Raub der Flammen geworden. In der Nacht zum 9. Januar geschah dies. „Das war ein Totalschaden von 45 000 Euro“, sagt er. Füssgen betreibt in der Wittensteinstraße das A-Econ-Hotel. Der Hotelier hat auch schon einen Verdacht wegen des Täters: Möglicherweise handle es sich um den Bewohner eines Nachbarhauses, der sich bei den Bränden auffällig verhalten habe.

Zudem hatte es erst am 3. April in der Wohnung eines Nachbarn gebrannt - vermutlich durch fahrlässige Brandstiftung. Als der Bewohner wegen einer möglichen Rauchgasvergiftung im Krankenhaus untersucht werden sollte, weigerte er sich und musste mit Gewalt aus der Wohnung gebracht werden, berichtet die Polizei. Ob der Mann möglicherweise auch für die Brandstiftungen an den Pkw verantwortlich ist, müssen nun die weiteren Ermittlungen klären.