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Auf Streife: Pick schaut den Dieben auf die Finger

Auf Streife : Pick schaut den Dieben auf die Finger

Der Bezirkspolizist hat die Wache Döppersberg mitgegründet. Noch immer geht er dort mit Leidenschaft auf Streife.

Elberfeld. „Nur ein Bürojob — das ist nichts für mich“, sagt Ulrich Pick, Bezirksdienst-Polizist in der Elberfelder Innenstadt. Vor 21 Jahren hat er die Polizeiwache Döppersberg mitgegründet und gehört seitdem zum festen Bestandteil des Straßenbildes. Viele grüßen ihn, manche fragen nach dem Weg, eine Mutter möchte ihre Töchter mit dem Polizisten fotografieren. „Langweilig ist mir hier nie“, sagt der Beamte und lächelt geduldig in die Handy-Kamera.

Sobald der Weihnachtsmarkt aufgebaut ist, steigen die Taschendiebstähle auf mehrere Fälle am Tag. „Doch eigentlich ist der Taschendiebstahl ein Ganzjahresthema geworden“, sagt Pick. Immer wieder erwischt er Täter, die ihre Opfer mit einer Zeitung oder einem Mantel über dem Arm ablenken und schnell die Brieftasche stibitzen. Die Laden-Detektiven der großen Kaufhäuser ziehen ihn regelmäßig zurate. Manchmal muss er sogar detektivisch tätig werden, wenn der Dieb zum Personal eines Geschäfts gehört.

Im Bereich zwischen City-Arkaden und Neumarkt gehören auch Demonstrationen zum Aufgabengebiet des Bezirkspolizisten. „Da geht es dann um die Verkehrslenkung und die Gewährleistung der Demonstrationsfreiheit“ — gemeinsam mit Kollegen muss der 61-Jährige also verschiedene unvereinbare Gruppen auseinander halten.

Doch als seine Hauptaufgabe betrachtet der Polizist den Kontakt zu Firmen, Institutionen und Anwohnern. „Wenn man die Leute kennt, kommen sie auch auf einen zu.“ Vor einigen Jahren etwa erzählten ihm Anwohner von ungewohnten Menschen im Treppenhaus. Bei den Nachforschungen von Pick flog schließlich ein Menschenhändler-Ring auf, den die Polizei zerschlagen konnte. Gerne geht der Beamte in Schulen und Kindergärten. Neben der Verkehrserziehung gehört auch das Einschreiten bei Gewalt-Taten zu seinen Aufgaben. „Ich kläre die Schüler auf, was tatsächlich strafbar ist und was sie da eigentlich tun“, sagt Pick.

Weniger häufig kümmere er sich hingegen um Schulschwänzer — dafür sei das Ordnungsamt zuständig. Im Laufe der vielen Jahre, die Pick am Döppersberg unterwegs ist, sei der Ton menschlicher geworden, erzählt er: „Früher war es etwas strenger.“ Wer damals mit etwas Haschisch erwischt wurde, sei direkt ins Gefängnis gegangen. „Heute gibt es nur eine Anzeige.“

Früher sei er mit dem VW Käfer Streife gefahren. Jetzt freut er sich auf die BMWs, mit denen die Polizei bald unterwegs sein soll. Lange kann Pick sie jedoch nicht genießen, denn in einem Jahr geht er in den Ruhestand.