Pfarrer Bukowski nimmt Abschied

Pfarrer Bukowski nimmt Abschied

Der engagierte Kirchenmann hat bereits konkrete Pläne für seinen Ruhestand. Er möchte eine Praxis eröffnen und für die Mission arbeiten.

Elberfeld. Die Abschiedsfeier im Audimax der Kirchlichen Hochschule war ganz nach Peter Bukowskis Geschmack. Rund 140 Gäste füllten den Saal und feierten mit dem langjährigen Direktor des Predigerseminars Gottesdienst. Und auch der Musiker Bukowski hatte seine Freude. Der Song „Bless the Lord, my Soul“ stammte direkt aus dem von ihm herausgegebenen Liederbuch „Colours of Grace“.

Seinen ehemaligen Chor „Colourful Grace“ konnte er allerdings nicht auf die Bühne bitten. Stattdessen sorgten der Saxophonist Andre Enthöfer und Pianist Thorsten Schäffer, Bukowskis Nachfolger als Chorleiter, für ausgelassene Gospelklänge. Peter Bukowski hatte 35 Jahre lang die Evangelische Kirche als Pfarrer, Dozent und Kirchenpolitiker geprägt. Nun kamen die Vorsitzenden der Landeskirchen, um sich bei „Bruder Peter“ zu bedanken und „Adieu!“ zu sagen.

Präses Annette Kurschus sprach für die Westfälische Landeskirche: Durch Bukowskis Abschied befinde sich das Predigerseminar in einer „Umbruchsituation“. Doch die Fragen nach dessen Zukunft müssten nun die beantworten, die blieben. „Es ist gut, dass es noch mehr und anderes gibt.“

Das Porträt des vielseitigen Menschen Bukowski zeichnete Präses Manfred Rekowski von der Rheinischen Landeskirche. Ein ganzes „Rechercheteam“ habe ihn dabei unterstützt. Er erzählte vom erstklassigen Studenten, der gleich am ersten Tag an der Bonner Uni seine spätere Ehefrau Sylvia kennenlernte. Vom Vikar in Barmen und Pfarrer in Elberfeld, der sich — die Zuhörer schmunzelten — schon damals als „Regisseur im Freizeitbereich“ hervortat.

Der entscheidende Schritt in seinem Leben sei aber die Freistellung gewesen, die ihn an die Kirchliche Hochschule führte. „Dort haben Sie sich mächtig ins Zeug gelegt für unseren theologischen Nachwuchs.“ Ganz zu schweigen vom Engagement auf Landes- und Bundesebene. Mit Fug und Recht ließe sich daher von einem „synodalen Urgestein“ sprechen.

Nach dieser Rede konnten die Gäste auf den Geehrten anstoßen und ihr Abschiedsgeschenk überreichen. Wenn jemand Peter Bukowski aber auf seinen Ruhestand ansprach, bekam er eine klare Antwort: „Ich bin ausgelastet für die Zukunft!“

Denn nach dem Theologen und Musiker steht nun der Psychotherapeut im Mittelpunkt. „Ich werde eine Praxis für Beratung und Supervision aufmachen.“ Abschied von der Lehre nimmt Bukowski auch nicht ganz. Zusammen mit Ehefrau Sylvia arbeitet er für die Vereinigte Evangelische Mission (VEM): „Im Januar und Februar bin ich sechs Wochen in Ruanda, um dort zu unterrichten.“

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