Offene Abende starten ins neue Halbjahr

Offene Abende starten ins neue Halbjahr

Johanneskirche: Zum Auftakt stellt Anne Linsel morgen Abend die Tänzerin Pina Bausch vor.

Südstadt. Vom Goethe bis Pina Bausch — vom Christlichen Abendland bis zur aktuellen Flüchtlingsdiskussion: breit gefächert sind die Themen der „Offenen Abende in der Johanneskirche“, die morgen Abend, 19.30 Uhr, in das neue Halbjahr starten. „Wir wollen einfach möglichst viele Interessenten ansprechen“, erklärt Hauptorganisatorin Birgit Schaffer. Aber ob kulturell, sozial oder naturwissenschaftlich — die Veranstaltungen richteten sich ausdrücklich an Nicht-Fachpublikum, betont Schaffer, die die Reihe seit 2008 betreut. Veranstalter sei zwar die evangelische Gemeinde, „aber wir sind offen für alle Besucher.“ Im Schnitt kämen um die 30 Zuhörer. „Aber es gibt auch Termine, wo wir ohne Ende Stühle schleppen mussten.“

12. Januar: „Pina Bausch - Bilder eines Lebens“. Anne Linsel liest aus ihrem Buch über die große Tänzerin und Choreographin und stellt Leben und Werk vor. Linsel hat sich mit Kulturreportagen, Künstlerporträts, Theater- und Literaturrezensionen in Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen einen Namen gemacht.

9. Februar: „Durch die Wand“ - Von der Asylbewerberin zur Rechtsanwältin - Lesung und Gespräch mit Nizaqete Bislimi (Essen). Die damals 14-Jährige floh 1993 mit ihrer Familie aus dem Kosovo — heute arbeitet sie als Anwältin in jener Essener Kanzlei. Sie ist außerdem die Erste Vorsitzende des „Bundes Roma Verband e.V.“

9. März: „Aus Gottes Frieden leben — für gerechten Frieden sorgen“. Pastor Renke Brahms (Bremen) spricht über Evangelische Friedensethik angesichts globaler Herausforderungen. Was bedeutet „Gerechter Friede“ in dieser Situation? Welche Hoffnung auf Frieden können wir aus dem Glauben an Gott gewinnen? Und wie kann dies eine konkrete Gestalt annehmen? Renke Brahms ist seit Oktober 2008 erster Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

6. April: Keine Badewasser laue Angelegenheit (Ruth Klüger): Erinnerungskultur als Zumutung — mit Ulrike Schrader, Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal. Dass die „Erinnerungskultur“ bis heute kein Regelwerk ausgebildet hat, nach dem man auf komfortabler Grundlage Konzerte und Entwürfe für Denkmäler und Zeremonien entwerfen könnte, beweisen die vielen Debatten und Polemiken in den deutschen Feuilletons. Über zehn Jahre wurde gestritten über das Denkmal für die ermordeten Juden in Berlin. Und 20 Jahre alt ist der Streit um die „Stolpersteine“.

11. Mai: Goethe und Newton - ein alter Streit im Lichte neuer Experimente zur Symmetrie spektraler Phänomene. Darüber spricht Prof. Dr. Johannes Grebe-Ellis von der Bergischen Universität. Im Vortrag wird die Gelegenheit gegeben, die Entstehung komplementärer Spektren im Blick durch ein Prisma praktisch nachzuvollziehen.

8. Juni: Das Christliche Abendland — Hintergründe und Wurzeln. Referent: Jörgen Erik Klußmann (Bonn). Das so genannte „Christliche Abendland“ ist wieder in aller Munde. Rechtspopulisten bemühen den Begriff in jüngster Zeit wieder, um der vermeintlichen Gefahr einer Islamisierung entgegen zu wirken. Doch was hat es mit dem Begriff wirklich auf sich? Jörgen Erik Klußmann (M.A.) hat Afrikanistik, Islamwissenschaft und Politologie studiert und anschließend viele Jahre als Journalist gearbeitet. Seit 2004 ist er Studienleiter der Evangelischen Akademie im Rheinland für den Bereich Politik.

Beginn der Vorträge ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.