Niederländisch-reformierte Gemeinde braucht einen neuen Pfarrer

Vakante Stelle : Niederländisch-reformierte Gemeinde braucht Pfarrer

Jan-Henry Warnik hat es nach Niedersachsen gezogen. Ein Teilzeitpfarrer soll sich um die Gemeinde kümmern.

. Am 13. Januar hielt er seinen letzten Gottesdienst. Jan-Henry Warnik war fünfeinhalb Jahre Pastor in der Niederländisch-reformierten Gemeinde an der Katernberger Straße. Nun zieht es ihn wieder zurück in heimatliche Gefilde. In einer Evangelisch-reformierten Gemeinde in Osnabrück wird er demnächst tätig sein. „Bei uns hatte er seine erste Stelle und daher ist ein Wechsel nach dieser Zeit nicht ungewöhnlich, der erfolgt nach rund sieben Jahren“ erklärt Gudrun Stengel, Kirchmeisterin und Presbyteriumsvorsitzende. Die bevorstehende Einschulung der Tochter habe den Entschluss zum Wechsel noch bekräftigt.

Seitdem Warnik mit einem Gottesdienst und einem Empfang in den Räumen der Neuen Kirche an der Sophienstraße verabschiedet wurde, ist die Pfarrerstelle in der Gemeinde vakant. Gesucht werde ein neuer Pastor oder eine Pastorin – zum nächstmöglichen Zeitpunkt. „Die Stelle sollte zu mindestens 50 Prozent besetzt sein, lieber zu 75 Prozent“, erklärt Christa Büchsenschütz, Schriftführerin und mit Stengel Teil der Doppelspitze in der Gemeinde. Zu mehr sieht man sich derzeit finanziell nicht in der Lage, wird die Bezahlung doch durch Spenden ermöglicht.

Aus rund 200 Mitgliedern bestehe die Gemeinde, viele davon seien Senioren, weshalb eine prozentual niedriger besetzte Stelle angestrebt wird. Diese solle dafür aber im besten Fall länger als eine Vollzeitstelle erhalten bleiben. Auch eine Stellenteilung mit anderen Gemeinden sei denkbar, immerhin bestehe eine gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche.

Eng ist auch der Kontakt zur Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen, einer reformierten Freikirche mit rund 6800 Gemeindemitgliedern in zwölf Kirchengemeinden. Als freikirchliche Gemeinde gehört auch die Niederländisch-reformierte Gemeinde seit 2001 offiziell dazu. „Das kommt noch durch Kontakte meines Onkels“, sagt Harald Stengel. Auch der erste Pastor der Gemeinde kam aus Niedersachsen, 30 Jahre hat er in Elberfeld seinen Dienst geleistet.

Zur Besetzung der vakanten Stelle wird derzeit per Zeitungsanzeigen und im Internet auf breiterer Basis gesucht. Dass es nicht leicht wird, ist allen klar. „Die Pastorenschwemme ist leider vorbei.Wir stellen uns schon auf eine längere Suche ein“, berichtet Gudrun Stengel. Bis dahin wird alles selber in die Hand genommen. Organisiert von unten nach oben, läuft alles seinen gewohnten Gang. Dank einer guten Aufgabenverteilung fällt momentan keine Veranstaltung aus. „Jetzt erst recht“, so Stengel und Büchsenschütz, gab es doch in der 60er und 80er Jahren schon vakanzerprobte Zeiten. Froh sind sie, dass Pastor i.R. Walter Lang in Vertretung Gottesdienste übernehmen wird.

Derzeit gibt es zweimal monatlich einen Gottesdienst. Der nächste ist am Sonntag, 27. Januar, um 10.15 Uhr. Alle zwei Monate kommt eine Vertretung aus der Evangelisch-altreformierten Kirche. Dennoch hofft die Gemeinde, dass die Stelle schnell wieder besetzt wird. Gewünscht wird ein musikalischer Pastor, nicht einer der „nur grummelt und brummt“ erklärt Büchsenschütz schmunzelnd. Bedingung ist das aber nicht. Man sei offen für alle Bewerbungen. Gesungen wird in der Gemeinde gern, es gibt den 40-köpfigen Kirchenchor „Unisono“, in dem auch Mitglieder von Nachbargemeinden singen, und eine Bläsergruppe. Auch hofft man, dass die Stelle nun auf eine längere Zeit besetzt bleibt. Daher ist ein Bewerber mit Erfahrung gerne gesehen. Wichtig ist den Gemeindemitgliedern besonders die Auslegung des Wortes Gottes, so wie man es gewohnt ist, und der weitere Ausbau der Gemeinde, auch im Hinblick auf die Altersstruktur.

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