Mode vom Petit Montmartre im Luisenviertel

Mode vom Petit Montmartre im Luisenviertel

Madame Verabeaux liebt das Luisenviertel und vergleicht es gern mit dem berühmten Pariser Quartier.

Elberfeld. Es ist eine Zeitreise ins Paris der 1930er-Jahre. Wer den Salon de Paris an der Luisenstraße 96 betritt, betritt eine andere Welt. Hüte, Kleider und Schals aus Seide, Chiffon und Spitze. Passende Schirme und Schmuck, aus dem Radio erklingt leise „La vie en rose“. Vera Grünstäudl, ihren Kundinnen besser bekannt als Madame Verabeaux, führt keine Boutique. Nein, sie führt einen Salon. „Jede Frau ist schön, ich möchte aus jeder Frau ihre feminine Seite hervorholen.“

Verabeaux liebt Paris und sie sieht Wuppertal mit eben diesen Augen. „Das Luisenviertel ist mein persönlicher Petit Montmartre“, schwärmt sie. Ihre Kunden schätzen ihren Sinn für Kunst und Kultur. „Zu mir kommen Touristen ebenso wie Tangotänzer.“

Im Salon de Paris gibt es Mode aus dem 1920er bis 1960er Jahren. „In dieser gesamten Zeit war die Mode sehr feminin“, sagt Verabeaux. Ihre Stücke findet sie in kleinen, ausgewählten Boutiquen der Pariser Hauptstadt sowie auf Antikmärkten. „Alle sechs Wochen bin ich für zwei Tage in Paris“, erzählt sie.

Es ist das Ausgefallene, das die Kundinnen im Salon de Paris bekommen können. Eine Brokatweste, bestickt mit 600 einzelnen Perlen. Oder einen Original Couture-Hut von Dior. 200 Hüte finden sich durchschnittlich im Salon. „Es ist natürlich ein ständiges Kommen und Gehen“, sagt die Inhaberin. Leichte Sommermodelle gibt es ebenso wie einen Original-Hut aus dem Film „Frühstück bei Tiffany.“

Ihren Kundinnen bietet Verabeaux neben der Mode die Möglichkeit eines Fotoshootings. „Ich staffiere die Frauen damenhaft aus — mit Hut, Schirm und Handschuhen. Danach geht es raus an die passenden Fotolocations.“ In Schwarz-Weiß entsteht der richtige Nostalgieeffekt. Ganz wichtig: Die Frau mit Stil braucht kein Make-up. „Wimperntusche und ein Hauch Lipgloss genügen“, sagt Verabeaux.

Mehr von Westdeutsche Zeitung