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Serie: Auf Streife: Mit Holger Karpensky auf Streife

Serie: Auf Streife : Mit Holger Karpensky auf Streife

Am Eckbusch kümmert sich der Bezirkspolizist vor allem um das Thema Vorbeugung.

Eckbusch. Mit Gewalttaten hat Holger Karpensky in seinem Bezirk am Eckbusch wenig zu tun. „Hier ist eine schöne, ruhige Gegend“, sagt der Polizeihauptkommissar. Mal muss er einen Einbruch oder einen Autoaufbruch nachbearbeiten — sonst besteht seine Arbeit vor allem aus Prävention. Er erklärt den Bewohnern, wie sie ihre Häuser sichern können, hilft bei der Schulwegsicherung und geht derzeit bei den Martinszügen der Schulen und Kindergärten mit.

Auch für Beschwerden der Anwohner hat der Bezirkspolizist ein offenes Ohr: „Es wird hier am Eckbusch oft gesagt, dass die Leute so rasen — unsere Messungen haben das nicht bestätigt“, sagt der 57-Jährige.

Selten muss er auch bei häuslicher Gewalt nachhören. Dann besucht er die Wohnung, aus der meist ein Mann verwiesen wurde, und schaut, ob dieser auch tatsächlich ferngeblieben ist. „Da muss man viel Fingerspitzengefühl haben.“ Überhaupt findet der Polizist, dass sich viele Konflikte vermeiden ließen, wenn die Menschen wertschätzend miteinander reden würden.

Seine Arbeit als Bezirkspolizist sieht er als „gesellschaftliches Schmiermittel“. Einen Satz, den Karpensky überhaupt nicht leiden kann, ist „Ich hab’ doch bloß. . .“ Gerade Falschparker würden das oft vorbringen und hätten wenig Verständnis dafür, dass sie Kinder auf dem Schulweg gefährden oder den Bussen ihre Ausweichmöglichkeiten nehmen.

Eine Schlägerei hat der Polizist in seinem Jahr am Eckbusch noch nicht erlebt. Das kennt Karpensky auch anders: Bevor er an den nördlichen Rand Elberfelds versetzt wurde, arbeitete er 15 Jahre in der Wache am Döppersberg und davor 20 Jahre im Schichtdienst. „Da ging es viel um Drogenkriminalität“, sagt er.

Damals hätten ihm die „hervorragenden Kommunikationstrainings“ der Polizei und die Ausbildung im Umgang mit Kriminellen viel gebracht. Auch heute wird der Bezirkspolizist zu Sondereinsätzen etwa bei Demonstrationen, bei der Taschendiebstahl-Vorbeugung oder bei Fußballspielen eingeteilt. Oder er hilft bei Bedarf in den benachbarten Bezirken aus. Denn die Statistik, die der Polizist jeden Morgen als erstes anguckt, zeigt immer wieder: Am Eckbusch ist die Welt noch in Ordnung.