Lärm und Dreck: Anwohner fordern verzweifelt Hilfe

Lärm und Dreck: Anwohner fordern verzweifelt Hilfe

Der Recyclingbetrieb in der Varresbeck sorgt weiter für Debatten. Regierungspräsidentin soll helfen.

Wuppertal. Der Recycling-Betrieb in der Varresbeck sorgt weiter für heftige Diskussionen. Während der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld-West waren zahlreiche Anwohner anwesend und machten ihrer Verzweiflung und ihrem Ärger Luft. Die Bezirksvertreter mussten erkennen: Bei dem "Recyclingunternehmen auf dem Kugelfischergelände" besteht dringender Handlungsbedarf.

Seit dem Frühsommer herrscht nach Eröffnung des Betriebs (Rhein-Ruhr-Recycling GmbH) dicke Luft in der Varresbeck - im wahrsten Sinne des Wortes. Anwohner klagen über Luftverunreinigung, Lärm, Erschütterungen und Geruchsbelästigung. Als wortführender Anwohner durfte Paul Richter ausführlich erläutern, wo der Schuh drückt (die WZ berichtete). "Ein Autofahrer benötigt eine grüne Plakette. Was da an Lkw-Verkehr abgeht, benötigt mindestens eine schwarze Plakette."

Tatsächlich wird den Anwohnern nicht mitgeteilt, was genau auf dem Firmengelände zertrümmert wird. Die Rede ist lediglich von Bauschutt, worunter Vieles fallen könnte.

Erbost wetterte Richter, dass kein Vertreter der Bezirksregierung nach Wuppertal gekommen sei. Deutlich wurde dabei, dass der Stoß weniger gegen das Unternehmen geht als weit mehr gegen die Behörde, die den Betrieb genehmigte.

Die Beschwerden verloren sich hier und da im Kleinteiligen, woraus zu schließen war, dass die geplagten Bürger in ihrer Not nach jedem Strohhalm greifen. Die Genehmigung sehe vor, dass an jedem Arbeitstag, zu dem auch der Samstag gehört, bis zu 171 Lkw anrücken dürfen. Die hielten sich nicht an vorgeschriebene Geschwindigkeiten, würden Staub aufwirbeln und auf dem engen Lüntenbecker Weg Schulkinder ins Abseits drängen.

Wo Schilder eine Tonnage von 2,5 Tonnen zuließen, donnerten jetzt 40-Tonner daher. Für Straßenschäden müsse die Stadt aufkommen, während Mauerschäden durch Erschütterungen womöglich zu Lasten der Eigentümer gingen.

Die Bezirksvertreter konnten den Anwohnern wenig Hoffnung machen. Nur dort, wo gegen Vorschriften verstoßen werde, seien Klagen möglich. So fasste die Bezirksvertretung den Beschluss, einen Brief an die neue Regierungspräsidentin zu formulieren.

Vertreter des Recycling-Unternehmens waren für die WZ trotz mehrfacher Nachfragen am Donnerstag nicht zu erreichen.

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