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Kurt Lembeck ist den Dönbergern auf der Spur

Kurt Lembeck ist den Dönbergern auf der Spur

Kurt Lembeck wollte eigentlich nur seinen Stammbaum erforschen — jetzt hat er die Geschichte seines Stadtteils aufgearbeitet.

Dönberg. „Mein Stammbaum geht zurück bis zum Dreißigjährigen Krieg. Ist es nicht unglaublich, wenn man bedenkt, dass die Gene von damals in einem selbst vorhanden sind?“, erzählt Kurt Lembeck. Seit 1966 lebt er am Dönberg und hat gerade ein Werk fertiggestellt, in dem sich die Dönberger Vergangenheit widerspiegelt: Wer hat wann im heutigen Wuppertaler Stadtteil gelebt?

Bereits zu Schulzeiten löcherte Lembeck Tanten, Onkel und Großeltern, um anhand von Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten einen Familienstammbaum zu erstellen. Später forschte der Ehrenvorsitzende des Dönberger Bürgervereins nach den Anfängen Dönbergs, das früher bekanntlich zu Neviges gehörte.

Vor mehr als zwei Jahren machte er sich dann an die Recherchen in den Tauf-, Trau- und Sterberegistern der Evangelischen Kirchengemeinde Dönberg. Um auch an die Daten vor 1859 — dem Gründungsjahr der Gemeinde — zu gelangen, suchte er im Internet auf Webseiten der Mormonen, die eine intensive Familienforschung betreiben. Beim Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge fand er heraus, wo die Ruhestätten der gefallenen Soldaten beider Weltkriege liegen. Heraus kam ein Doppelband mit 706 Seiten von „Abel bis Zyball“ — Das Familienbuch der evangelischen Kirchengemeinde Dönberg.

„Das Buch ist für Leute gedacht, die auf ihre eigene Geschichte zurückblicken möchten — zum Beispiel: ,Da ist ja noch ein Onkel, von dem ich nichts gewusst habe’“, sagt Lembeck. Berücksichtigt wurden dabei die „alten“ Gemeindegrenzen vom Fettenberger Weg über den Deilbach, die Horather Schanze zum Westfalenweg nach Untenrohleder bis Nordrath.

Der 80-Jährige, der einst in Mainz mit Hanns Dieter Hüsch „eine schöne Zeit“ verbrachte und übrigens Katholik ist, zitiert auf die Frage von Bekannten, ob auch sie sich in seinem Buch wiederfinden, Hüschs Memoiren: Du kommst auch darin vor.

Geburtsdaten noch lebender Personen fehlen aus Datenschutzgründen, erklärt Lembeck. Neben Namen, Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten tauchen alte Berufe wie Ackerer oder Bandwirker auf und als Bonus Zusätze in den Ahnengalerien wie etwa „ . . .die Patenschaft übernahm der Deutsche Kaiser Wilhelm I.“ oder „als Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse mit militärischen Ehren beerdigt“. „Ich bin glücklich, dass ich das Werk vollenden konnte“, sagt Lembeck bescheiden. „Man weiß ja nie.“