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Kruppstraße: Eltern kämpfen für ihre Kita

Kruppstraße: Eltern kämpfen für ihre Kita

Ein Arbeitskreis setzt sich dafür ein, dass die Evangelischen Tagesstätten weiter konfessionell getragen werden.

Katernberg. Das Thema bewegt seit Wochen nicht nur Kirche und Politik in Wuppertal: 15 Einrichtungen des Evangelischen Kindertagesstättenvereins (EKV) sind wegen finanzieller Probleme von der Schließung bedroht oder sollen von einem neuen Träger übernommen werden. Eine von ihnen: die Evangelische Tagesstätte an der Kruppstraße am Katernberg. Dort haben Eltern jetzt ihrem Unmut freien Lauf gelassen.

„Ich habe mich wegen des Konzepts bewusst für diesen Kindergarten entschieden“, sagt Jennifer Sobania, deren Kind die Kita an der Kruppstraße besucht. Sie ist im Jugendamts-Elternbeirat tätig. Mit sechs Mitstreitern hat sie einen Eltern-Arbeitskreis gegründet, der sich für den Erhalt der Kitas mit christlicher Konzeption einsetzt. Die eventuelle Übernahme der evangelischen Tagesstätten durch die Stadt sieht der Arbeitskreis äußerst kritisch.

2723 Unterschriften für mehr Trägervielfalt innerhalb Wuppertals haben die Eltern im Februar sammeln können, sagt Claudia Fray, die ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe ist. „Für alle Beteiligten wäre es das Beste, wenn alles so bliebe, wie es ist“, ergänzt Jennifer Sobania. Doch: „Leider fehlen die Gelder.“

In der aktuellen Krisensituation fordert der Eltern-Arbeitskreis von der Stadt und dem EKV mehr Transparenz. Man wolle konkret wissen, welche Kitas vom EKV aufgegeben werden. Sollte für diese nicht frühzeitig ein anderer freier Träger gefunden werden, würden diese Kitas städtisch — oder ganz geschlossen werden. Die Eltern sehen die Gefahr, dass die Stadt kleine, zweigruppige Einrichtungen wegen mangelnder Rentabilität früher oder später ebenfalls schließen könnte.

Dabei ist gerade das für Fray und Sobania der Vorteil der konfessionellen Kitas: kleine Größe, intensive Betreuung. Sie sagen: „Unsere Kinder fühlen sich hier sehr wohl.“ Und: „Große Einrichtungen mögen wirtschaftlich rentabel sein, pädagogisch vertretbar sind sie nicht. Wir wünschen uns, dass die Stadt den EKV mit weiteren Geldern unterstützt und dass die 15 Kitas unter evangelischer Trägerschaft bleiben.“ Eine Bezuschussung des EKV lehnt die Stadt, wie berichtet, bislang ab — mit Verweis auf die Gleichbehandlung aller freien Träger.