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Kreisverkehr Neuenteich: Die Zebrastreifen sind gefährlich

Kreisverkehr Neuenteich: Die Zebrastreifen sind gefährlich

Der Automobil Club Europa hat die Situation für Fußgänger am Kreisverkehr begutachtet — vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Fußgänger-Unfällen.

Elberfeld. Der Kreisverkehr am Neuenteich/Ecke Hofkamp in Elberfeld ist ein Verkehrsknotenpunkt. Doch nicht nur zahlreiche Autos fahren hier täglich vorbei, auch Zebrastreifen geben Fußgängern die Möglichkeit die Straßen zu überqueren. Aus diesem Grund hat Harry Gohr vom Wuppertaler Ortsverein des Auto Club Europa (ACE) den Kreisverkehr an diesem Vormittag fest im Blick.

Der Grund: Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer rund um den Zebrastreifen soll dokumentiert werden. „Die Stelle ist problematisch. Gerade eben gab es noch einen Auffahrunfall, zum Glück aber nur ein Blechschaden“, sagt Gohr.

Zusammen mit seinen Kollegen schaut Gohr vom nahe gelegenen Parkhaus, wie sich die Verkehrsteilnehmer verhalten, um daraus Verbesserungen abzuleiten. Das ambitionierte Ziel: „Wir wollen die Sensibilität der Autofahrer, aber auch der Fußgänger und Radfahrer dort erhöhen“, so Gohr weiter. Denn laut statistischen Bundesamt ist die Zahl der deutschlandweit verunglückten Fußgänger im Jahr 2011 um 29 Prozent auf insgesamt 34 459 gestiegen. „Eine Erklärung für den Anstieg haben wir nicht. Die Zahlen zeigen, dass gerade Kinder, Jugendliche und über 70-Jährige deutlich häufiger in Unfälle verwickelt sind“, sagt Karl Lexa, NRW-Beauftragter des Auto Clubs. Mit der bundesweit angelegten Kampagne „Halten. Sehen. Sichergehen“ will der ACE das Problem anpacken.

Harry Gohr vom Wuppertaler Ortsverein des Automobilclubs angesichts der Tatsache, dass 40 Prozent der Autofahrer die Zebrastreifen für Fußgänger am Kreisel beim Ortstermin ignoriert haben.

Das vorläufige Ergebnis der Stichprobe am Kreisverkehr Neuenteich ist für die Beobachter überraschend: Knapp 60 Prozent der Autos halten am Zebrastreifen an — 40 Prozent fahren jedoch trotz der gut sichtbaren Fahrbahnmarkierung weiter. „Dass es so gravierend ist, hätte ich nicht gedacht. Das ist erschreckend und unbegreiflich“, sagt Harry Gohr.

Dass dieses Verhalten der Autofahrer gegen die Verkehrsregeln verstößt, erklärt Ulrich Bergrath. „Wenn Polizisten das sehen, dann gibt es vier Punkte in Flensburg plus eine ordentliche Geldstrafe“, sagt der Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Für Harry Gohr zeigt dieser Ortstermin vor allem, dass die aktuelle Kampagne wichtig und notwendig ist. „Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen. Aber es gibt in diesen Fragen einfach Handlungsbedarf“, sagt Gohr. Auch andere gefährliche Stellen in Wuppertal will sich der Auto Club Europa noch genauer anschauen.