Kinderwohngruppen suchen neue Räume

Die Plätze am Jagdhaus sind ständig belegt. Um mehr Jugendliche aufnehmen zu können, wird Wohnraum gesucht.

Elberfeld. Die Kinder- und Jugendwohngruppen der Stadt Wuppertal (Kiju) suchen neue Räume. „Wir haben sehr viele Anfragen“, sagt Betriebsleiter Harald Dorau. Die 117 Plätze seines Hauses seien ständig belegt, oft sogar überbelegt. Zu Kiju kommen nicht nur die klassischen Kinder und Jugendlichen, die nicht mehr in ihrer Familie bleiben können oder wollen. Zunehmend werden die Zimmer auch von minderjährigen Müttern mit ihren Babys und immer mehr unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen benötigt.

Kinderwohngruppen suchen neue Räume
Foto: Stefan Fries

Harald Dorau, Betriebsleiter

Deshalb will Dorau zusätzlich zu den bestehenden sieben Wohngruppen plus der Kindernotaufnahme und einer Tagesgruppe noch eine Gruppe eröffnen. Außerdem muss eine Gruppe aus ihrem Haus heraus, weil es zu alt und für eine Jugendgruppe nicht mehr geeignet ist.

Das Problem: Eine Gruppe benötigt zehn lichtdurchflutete Räume mit mindestens 200 Quadratmetern. Am liebsten auf einer, höchstens jedoch auf zwei Etagen. „Obwohl wir in Wuppertal so viel Leerstand haben, ist das schwierig“, hat Dorau schon festgestellt. Die Zimmer sollen keine Durchgangszimmer sein, die Häuser nicht zu abgelegen. „Am besten wäre eine Etage in einem Haus auf der Talachse“, sagt Dorau. Für die Jugendlichen sei es wichtig, Einkaufsmöglichkeiten und andere Anlaufstellen gut zu erreichen.

„Wir wollen eine normale Umgebung mit normalen Nachbarn“, betont Uwe Meissner, pädagogischer Leiter der Kiju. Schließlich sollen die rund um die Uhr betreuten Jugendlichen lernen, in einer Alltagswohnung klar zu kommen. Sie kochen dort mit ihren Betreuern, kaufen ein, gestalten ihre Freizeit.

Allerdings darf das Gebäude nicht zu teuer sein. Der städtische Betrieb darf nur an den Mietpreisspiegel angepasste Mieten bezahlen. Die Alternative wäre ein Neubau auf dem 20 000 Quadratmeter großen Gelände der Kiju am Jagdhaus. Das würde jedoch lange dauern, und Dorau ist auch prinzipiell dagegen: „Ich finde es peinlich, dass wir bei 4000 leerstehenden Wohnungen nichts finden.“ Er hofft noch auf ein passendes Angebot.