1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Stadtteile
  4. Elberfeld

Kinderladen im Luisenviertel schließt nach 22 Jahren

Kinderladen im Luisenviertel schließt nach 22 Jahren

Nach 22Jahren schließt das Secondhand-Geschäft für Kinderkleidung an der Luisenstraße.

Elberfeld. Viele Familien kennen den Kinder-Secondhand-Laden hinter der Löv an der Luisenstraße. Generationen von Müttern haben hier ihren Nachwuchs mit schicken Klamotten ausgestattet. Doch nun geht nach 22 Jahren eine Ära zu Ende. "Es sind einfach zu wenig Käufer gekommen", seufzt die Inhaberin Bärbel Vogl.

Anders als in der Anfangszeit gibt es heute jedes Wochenende Kindersachenflohmärkte, außerdem bieten Billigläden Hosen und Pullis zu einem ähnlichen Preis wie Zweiterhand-Ware an.

"Ich bekomme auch zu wenig gute Sachen gebracht, weil es kaum mehr richtige Kindergeschäfte in Wuppertal gibt", sagt Bärbel Vogl, Mutter zweier erwachsener Kinder. Die Billigkleidungsstücke seien nach ein oder zwei Geschwistern nur noch für die Mülltonne zu gebrauchen.

1972 hatte Sonia Velten den Laden an der Luisenstraße 92a eröffnet, zunächst mit exklusiver Kinderbekleidung. 1986 wandelte sie ihn dann in den Secondhand-Laden um. Die Mütter kamen nicht nur, um Kleidung zu kaufen, sondern auch, um Neuigkeiten auszutauschen.

Bärbel Vogl, die schon länger mitgeholfen hatte, übernahm dann 1998 den Laden. Die Eltern gaben die Kleidungsstücke in Kommission und holten sie nach drei Monaten wieder ab, wenn sie nicht verkauft worden waren. "Viele nette Familien sind aber weggezogen", bedauert Vogl.

Jetzt sind die Regale im Kinderladen schon weitgehend leergeräumt, am Samstag schließt er endgültig. Trotzdem wird dort nach den Sommerferien wieder Kinderlachen zu hören sein: Die Wuppertaler Künstlerin Jeanette Grün will dort eine Kindermalschule eröffnen. "Ich wollte unbedingt an die Luisenstraße."

An drei bis vier Nachmittagen können Eltern ihre Kinder von drei bis zehn Jahren dort zwischen 15 und 18.30Uhr zum Malen abliefern - ohne Voranmeldung, ohne feste Zeiten und mit flexibler Stundenabrechnung. "Grüne Kreischer" soll die Schule heißen. Doch erst einmal muss die Mutter eines dreijährigen Jungen die Räume renovieren und ausstatten.