Karneval in Wuppertal: Hochstimmung bei der Damensitzung

Jecke Jahreszeit : Närrinnen stimmen sich auf Karnevals-Hochzeit ein

Wuppertaler Damen-Karnevalsgesellschaft lud zur Damensitzung mit einem humoristischen Programm.

. Dasselbe Lokal wie bei der Herrensitzung und mindestens ebenso gute Stimmung herrschte am Sonntag im Gemeindesaal Sonnborn, wohin die weiblichen Karnevalisten der Großen Wuppertaler Damen-KaGe zur Damensitzung eingeladen hatten. Unterschiede gab es hingegen bei der Getränkeauswahl: Da wo bei den Männern Bier in Strömen floss, dominierten bei den Frauen „Käffchen“, Piccolo oder ein Glas Wein, als das Präsidium unter der Führung Silvia Hagedorns und der Vizepräsidentin Cornelia Marx zusammen mit der Tanzgarde Einzug hielten. Cornelia Marx trug dabei stolz die Fahne der „Großen Wuppertaler Damen“, die sich 1977 gegründet hatten und etwa 50 Mitglieder stark sind.

So ganz ohne Herren geht es dann aber doch nicht, schließlich begrüßte zunächst Martin Hagedorn das Publikum im gut gefüllten Saal. Und der jüngste Zuhörer war auch männlichen Geschlechts: der sieben Wochen alte Lio, der im Arm von Mama Jennifer selig schlummerte und dem der Schunkelrhythmus bestens zu gefallen schien. Als allerdings die Trompeten und Fanfaren der „Blueline Hagen“ ertönten, da war das für empfindliche Babyohren wohl doch zu laut, und der vor der Tür wartende Papa brachte den Jüngsten sorgsam in akustische Sicherheit.

Das war für die fünf Jahre alte Mila nicht mehr nötig, die mit der jecken Uroma gekommen war und offensichtlich Spaß an den quirligen „Hobby Hoppers“, dem Nachwuchs der „Big Mamas“, hatte. Musikalisch talentiert wippte und klatschte die kleine Mila ganz vorne mit und schien schon im Vorschulalter vom Karnevals-Virus infiziert zu sein.

Die „Big Mamas“, in deren Reihen als „Hebefiguren-Sklaven“ auch vier stämmige Big Papas für die groben Arbeiten zuständig sind, verwandelten sich zum Gaudium des Publikums in „Big Omas und Opas“ und strapazierten die Lachmuskeln mit einer „Rhythmischen Gehhilfen-Gymnastik“. Und zwar derart, dass sie um eine Zugabe nicht herumkamen.

Närrinnen haben ihren großen Auftritt am 28. Februar

Kurz und wirkungsvoll war der Auftritt des Prinzenpaares, bei dem – schließlich war es eine Damensitzung, bei der die Herren nur geduldete Randerscheinungen sind – zuerst Prinzessin Sabine I. begrüßt und mit einem filigranen Orden der „Großen Damen“ geschmückt wurde. „Geht mir ja runter wie Öl“, sagte „Ihre Lieblichkeit“, ehe aber auch Stephan I. zu Wort kam und natürlich auch das obligatorische „dreifach donnernde Wuppdika“ ertönen ließ.

„Ne Durchgeknallte“ (gleichfalls ein Herr) bereicherte das kurzweilige Nachmittags-Programm ebenso wie die Tanzgarde Düsseldorf, die Kniep show und die „Ihrefelder Zigeuner aus Köln“.

Ihren publikumswirksamsten Auftritt haben die „Großen Damen“ an Weiberfastnacht, wenn sie um 11.11 Uhr das Rathaus stürmen und Präsidentin Silvia Hagedorn dem Oberbürgermeister in herzhaft gewürzter Form die Leviten liest und auf Unzulänglichkeiten im Tal der Wupper aufmerksam macht.

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