In der Mirke wird wieder geplanscht

Das Freibad wird am Samstag 164 Jahre alt — und pünktlich zum Geburtstag startet ein regelmäßiger Badebetrieb.

Mirke. 164 Jahre hat das Freibad Mirke auf dem Buckel. „Es ist eins der drei ältesten in ganz Deutschland“, wissen Csilla Letay und Heiner Mokroß vom Förderverein Pro Mirke. Eine reiche Historie hat das Bad zu bieten, auch Letay und Mokroß hätten einiges, auch aus ihrer eigenen Schwimmerfahrung in der Mirke erzählen können. „Das wollen wir aber gar nicht so gerne.“ Die beiden blicken lieber nach vorn. Denn nach vier Jahren Zwangspause, in denen der Badebetrieb ruhen musste, wird ab kommenden Samstag wieder regelmäßig geplanscht werden können. „Beats und Baden“ ist die Veranstaltung überschrieben. Um 14 Uhr geht’s los (siehe Kasten).

Foto: Sammlung U. Keseberg

Zumindest an den Wochenenden sollen Besucher wieder Abkühlung in der Mirke finden. „Wenn das Wetter passt, vielleicht auch an weiteren Tagen“, kündigt Mokroß an. Allerdings noch nicht im großen Becken. Gut 80 Quadratmeter ist das kleine Bassin groß, dass im vergangenen Jahr schon einmal testweise aufgebaut wurde. Gut einen Meter beträgt die Wassertiefe. „Das kam gut an“, erinnern sich Letay und Mokroß. Der „Pool-in-Pool“-Pilotversuch wird jetzt zum festen Betrieb.

Foto: Heiner Mokroß/Andreas Fischer

Wuppertals

Bäder

Es ist ein weiterer Schritt in einem Prozess, an dessen Ende der Umbau des Bades in ein Naturfreibad steht. Wann das soweit ist? „Wir stehen in den Startlöchern. Was fehlt, ist eigentlich nur das Geld“, erklärt Mokroß. Knapp zwei Millionen Euro sind es — große Sponsoren fehlen aber.

Um Geld in die Kasse spülen, organisiert der Verein seit Jahren immer wieder Veranstaltungen in der Mirke. Dazu gibt es Kooperationen, Konzerte, Kultur, Party, Open-Air-Kino: Der Betrieb läuft ganzjährig. Das soll er auch, wenn das Naturfreibad einmal fertig ist. Sonst rentiere sich der Betrieb nicht.

Letay und Mokroß suchen aber vor allem auch noch tatkräftige Helfer, „die nicht nur Ideen haben, sondern auch anpacken“. Mokroß lächelt: „Klar, das wünscht sich jeder Verein.“ Die Aussicht auf Arbeit schrecke aber vielleicht auch oft ab. Deshalb versuche Pro Mirke, mit anderen Aktionen zu locken. Der Mitmachgarten zum Beispiel hätte dem Verein schon das ein oder andere neue Mitglied gebracht, „die dann auch beim Freibad helfen“. Und so sehr die Mitglieder auch manchmal an ihre Grenzen stoßen, seien es oft die Kleinigkeiten, die zum Weitermachen animieren. „Wenn zum Beispiel nach einem harten Arbeitstag ein Helfer kommt und einen Kuchen bringt.“

Mit dem Naturfreibad, sagt Mokroß, würde man sich auch dem ursprünglichen Betrieb wieder annähern. Es wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Wuppertal und der Standort ideal. „Soweit sind wir ja auch nicht von der Nordbahntrasse weg“, wirbt der Vorsitzende, der hofft: „Die Belastungen des Bades könnte die Bürgerschaft mittragen.“ Am besten, wenn sie regelmäßig zum Planschen, Sonnen und Helfen in die Mirke kommt.