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Wuppertal: Holsteiner Treppe gehört zu den Top Ten weltweit

Wuppertal : Holsteiner Treppe gehört zu den Top Ten weltweit

Gestern war offizieller Sanierungsabschluss, ein paar Fußspuren werden noch übermalt.

Elberfeld. „Sie ist in die Liste der zehn schönsten Treppen der Welt aufgenommen worden“, verkündete Rolf Volmerig am Mittwoch. Er ist Vorstand der Wirtschaftsförderung Wuppertal, einer der Institutionen, die dazu beigetragen haben, dass die 1900 vollendete Holsteiner Treppe wieder in prachtvollen Farben erstrahlt. 112 Stufen in 112 verschiedenen Farben wurden gestern Nachmittag im Beisein der Künstlerin Margret Gläsker, der Ehefrau des durch Krankheit verhinderten Kulturschaffenden Horst Gläsker, offiziell eingeweiht.

Nicht nur der leuchtende Anstrich, den Malermeister Sascha Trynoga aufgetragen und mittels Klarlack haltbar gemacht hat, hat der Holsteiner Treppe zu Weltruhm verholfen, sondern auch die 112 verschiedenen Begriffe, die die Stufen zieren. „Es sind nicht nur positive Worte, die auf die Stufen geschrieben sind. Es sind auch negative Begriffe wie Zorn, Neid, Wut dabei“, erklärt Margret Gläsker. „Es soll das ganze Leben widerspiegeln. Und wer die letzte Stufe erklommen hat, der verlässt die Treppe mit Mut. Denn das steht ganz oben“, so Margret Gläsker, die sich freute, dass neben Rolf Volmerig auch Kulturdezernent Matthias Nocke und der neue AWG-Geschäftsführer Martin Bickenbach und auch die chinesischen Besitzer des Hauses Gathe Nr. 1, die Familie Zhang, zur kleinen Feier gekommen waren.

Bickenbachs „Jungs“ Friedhelm Nick und sein Kollege Mustafa Tunc sind es nämlich, die die zweimal pro Woche von oben bis unten fegen. Vor zehn Jahren war die Bemalung der Treppe im Rahmen des temporären Kunstprojektes „Sieben Treppen“ nach Ideen von Horst Gläsker erfolgt. Nach zwei Jahren waren die Farben verblasst. Sie wurden 2008 aufgefrischt und nun noch einmal erneuert. Mit finanzieller Unterstützung der der Dr.Herbert-Jackstädt-Stiftung, der Wirtschaftsförderung und etlicher ungenannter Sponsoren „Fünf Wochen waren wir beschäftigt, davon hat uns der Wuppertaler Regen zwei Wochen ausgebremst“, so Malermeister Sascha Trynoga.

Doch in der Zeit erhielt der Handwerker viel Zuspruch von den Passanten, die Treppe war während der gesamten „Malzeit“ gangbar, da jeweils nur eine Stufenhälfte bestrichen wurde. Vorwitzige haben während der Zeit auch geprüft, ob die Farbe gut getrocknet war. War sie nicht immer, wie schwarze Tritte auf leuchtendem Untergrund beweisen. „Aber das kriegen wir weg“, versicherte Trynoga.

Kulturdezernent Matthias Nocke hob auch den touristischen Effekt hervor, die Holsteiner Treppe gehöre zu den meistfotografierten Motiven der Stadt. Bis nach China ist der Ruhm der 112 bunten Stufen gedrungen und wurde auch in einem englischsprachigen Kunst- und Design-Magazin verewigt. China war auch das Stichwort für Rolf Volmerig: Er überreichte der Familie Zhang auf der Treppe einen Stadtplan auf Chinesich mit allen Sehenswürdigkeiten.